Erkrath Timocom-Zentrale mit Öko-Kühlung

Erkrath · Timocom Soft- und Hardware zieht von Düsseldorf nach Erkrath. Bis 2014 wird der IT-Dienstleister für die Transport- und Logistikbranche 23,5 Millionen Euro in einen neuen Bürokomplex an der Bessemerstraße investieren. Die Unternehmenszentrale wird mit Erdwärme beheizt.

 Der neue Bürokomplex von Timocom wird 250 Mitarbeitern Platz bieten. Animation: Goldberg

Der neue Bürokomplex von Timocom wird 250 Mitarbeitern Platz bieten. Animation: Goldberg

Foto: goldberg

Es sind noch zwei Jahre, und die wird die Timocom Soft- und Hardware GmbH auch noch brauchen, um den neuen Bürokomplex zu bauen. Doch klar ist: Die Stadt hat sich für 2014 einen dicken Fisch der IT-Branche geangelt. Der IT-Dienstleister für die Transport- und Logistikbranche wird mit 250 Mitarbeitern zu einem neuen gewichtigen Gewerbesteuerzahler in Erkrath (Umsatz 42 Millionen Euro).

Mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag des Grundstücks im Gewerbegebiet an der Bessemerstraße ist der Umzug gestern Morgen besiegelt worden. 23,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in einen völlig neuen Büro-Bau. "Es war ein langer, teils auch steiniger Weg, aber es hat sich gelohnt", sagt Timocom Chief Representative Marcel Frings rückblickend über die Zeit bis zum gestrigen Vertragsabschluss.

"Es war eine Herzensangelegenheit unseres Firmengründers, in Erkrath die neue Zentrale seines Unternehmens zu errichten." Inhaber Jens Thiermann hat den Umzug sehr forciert. Die Verhandlungen zwischen der Stadt und dem international tätigen IT-Unternehmen waren aber alles andere als einfach. Die Verhandlungen standen auf der Kippe, mehr als zweieinhalb Jahre zog sich das Verfahren hin.

Fünf Stockwerke und Ökokühlung

Nachdem der ursprünglich anvisierte Baugrund nicht zur Verfügung gestellt wurde, wich das Unternehmen auf ein benachbartes Grundstück aus. Da das neue Gelände kleiner war, musste Timocom in die Höhe planen. Die Realisierung wäre aber aufgrund des bestehenden Baurechts nicht möglich gewesen.

"An diesem Punkt standen die Verhandlungen von unserer Seite aus fast vor dem Scheitern. Wir haben nun mal so viele Mitarbeiter und benötigen Platz", erzählt Frings. Eine von der Stadt in die Wege geleitete Änderung des Planungsrechts und eine Bebauungsplanänderung führten schließlich zum Ziel. Das fünfstöckige Gebäude wird nach den neuesten Energie- und Umweltkonzepten errichtet.

So soll die gesamte Unternehmenszentrale ausschließlich über Erdwärme beheizt werden. Dafür wird ein Geothermiefeld mit rund 120 Tiefenbohrungen auf dem Firmengrundstück angelegt. Über eine Wärmepumpe wird das vorhandene Temperaturniveau des Untergrundes genutzt. Eine weitere ökologische Besonderheit des Gebäudes: Es wird keine Klimaanlage geben. Die Kühlung der Räume im Sommer erfolgt durch die Temperatur des Untergrundes (Geothermiefeld). Somit ist nur Strom für die Umwälzpumpen erforderlich. Die Verteilung im Gebäude erfolgt über einen Heiz- und Kühlboden. Diese in Kombination mit einem ausgeklügelten Belüftungssystem sorgt auch im Hochsommer für kühle Luft.

(RP/rl)
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