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Serie Mein Verein (9): Tierischer Einsatz für Zwei- und Vierbeiner

Serie Mein Verein (9) : Tierischer Einsatz für Zwei- und Vierbeiner

In einer lockeren Folge stellt die RP Vereine in den Städten vor: der Tier- und Naturschutzverein Wülfrath.

Seit 2002 ist Gitta Wöffler Vorsitzende im Tier- und Naturschutzverein Wülfrath und kümmert sich mit ihren Kollegen Ilse Niesenhaus und Benjamin Hann um die Fund-Kleintiere der Stadt. In privater Obhut ziehen die Mitglieder des Vorstandes die Tiere auf. Alle Drei seien gleichberechtigt, so Wöffler. "Einzelne Entscheidungen zum Wohle des Tieres werden bei uns akzeptiert."

Spezialisiert hat sich Gitta Wöffler auf Tauben. Das Taubenhaus, das 1990 von der Stadt erbaut wurde, liegt am Krapps-Teich. Dort füttert die Vorsitzende jeden Tag die Tauben und tauscht ihre Eier gegen Toneier aus. Mit diesem Projekt wird der Nachwuchs verringert und die Innenstadt taubenfrei gehalten. Für die Fütterung hat der Tierverein eine Genehmigung des Ordnungsamts. Brot, dass Spaziergänger den Tauben hinwerfen, wird nicht von den Tieren gegessen und bleibt liegen. "Die Tauben sind an ihr gutes Futter gewöhnt und sind keine Müllschlucker.", sagt die Vorsitzende. Damit wolle sie deutlich machen, dass das Tiere Füttern nichts, außer die Verschmutzung der Umgebung, bringt.

Benjamin Hann ist unter den Dreien der Spezialist für Exoten. Er besucht Seminare, um beispielsweise auch Schlangen eine artgerechte Haltung und Pflege zu bieten. Aktuell ist ein Chinchilla in der Obhut von Benjamin Hann. Dieser suche ein liebevolles, neues Zuhause, so Gitta Wöffler. Erreicht werden kann Hann unter der Nummer 0178 1614402.

Ansonsten kümmere man sich um Kleintiere aller Art. Für Katzen hat der Verein sechs Fallen, in denen die Tiere lebend gefangen und abgeholt werden. Damit können die Tiere zum Tierarzt gebracht werden, der sie kastriert und somit eine unüberschaubare Zahl an verwilderten Katzen verringert. Weiter fallen Kaninchen, Fledermäuse und Vögel in den Zuständigkeitsbereich des Vereins.

Der Tier- und Naturschutzverein kümmert sich aber nicht nur um Fundtiere, sondern führt auch Kontrollen zur Tierhaltung durch. Sowohl bei Privatpersonen und Landwirten. Dazu arbeite man eng mit dem Veterinäramt zusammen, so Wöffler.

Der Verein zählt 140 Mitglieder, unter denen vor allem Spender seien. "Wir sind sehr dankbar über großzügige Spenden. Allerdings fehlen uns Leute mit zeitlicher Flexibilität." Gitta Wöffler ist die Einzige, die mit dem Auto Tiere abholen kann. Unterstützer, die also mehr machen können und wollen, sind gerne gesehen.

Eine große Rolle spielt aber auch das Geld, mit dem Katzenkastrationen und weitere Tierarztkosten bezahlt werden können. Aufgrund des fehlenden Geldes müssen die Tierschützer jedoch oftmals Hilfe ablehnen. "Die Menschen denken, der Tierschutz muss zahlen und macht seine Aufgabe nicht. Das ist aber falsch. Wenn nichts da, ist können wir auch nicht helfen." Um sich, neben den Spendengeldern und dem Zuschuss der Stadt, finanzieren zu können, hat der Verein eine Alt-Aluminium-Sammlung eingeführt. In der Grundschule Ellenbeek, Tiegenhöfer Straße 16 und bei Wöffler an der Wilhelmstraße 75, kann das Alt-Aluminium abgegeben werden.

Interessierte lädt der Verein zum Stammtisch an jedem letzten Montag im Monat, um 19 Uhr, ein. Im Eiscafé Paciello an der Wilhelmstraße 144, wird zusammen überlegt, wie man noch weiter helfen kann. Freuen würde sich die Vorsitzende, wenn man Leute im Hinterkopf haben könnte, die im Notfall einspringen können. Personen, die sowohl Fahrten übernehmen und Tiere aufnehmen könnten, seien willkommen.

Im nächsten Jahr feiert der Verein sein Jubiläum, er besteht dann seit 50 Jahren.

(jeg)