Wülfrath: THW räumt Stellwerk auf

Wülfrath: THW räumt Stellwerk auf

Zwölf Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sind für den Panorama-Radweg im Einsatz. Unweit des alten Bahnhof-Geländes werden zugewachsene Schienenstränge für Draisinen freigelegt.

Das Technische Hilfswerk wurde jetzt wieder seinem Motto, "Semper Adiuvamus. Wir helfen immer", gerecht. Im Auftrag des Kreises und der Stadt Wülfrath machten sich zwölf Leute des Ortsverbands Heiligenhaus/Wülfrath am künftigen Panorama-Radwanderweg nützlich.

"Frau Eberle, vom Tiefbauamt hat uns gebeten, rund um das alte Stellwerk mal ein bisschen Hand anzulegen", berichtete TBW-Schirrmeister Hartmut Bubser. Vom Übergang Silberberger Weg bis Getränkemarkt und weiter bis Henry-Ford-Straße sollten zwei Schienenstränge für Draisinen freigemacht werden, ergänzte er.

In einem Bereich, wo Bäume und Sträucher Gleise überwuchern und ein altes Stellwerk an Zeiten erinnert, als hier noch Bahn-Betrieb herrschte, sollen Besucher am Eröffnungstag des Radwanderwegs, 16. Juli, eins der zahlreichen Highlights an der Strecke vorfinden. "Der Verein Railway Patrol, Remscheid, wird durch das alte Stellwerk führen und es mit Beamer und Ton erlebbar machen", sagte Kreisbaudirektor Friedhelm Reusch.

Umstieg am Getränkemarkt

Auf dem Streckenabschnitt bis Getränkemarkt/ alter Bahnhof setzten Leute von Railway Patrol zum Mitfahren drei Draisinen ein – eine echte und je eine aus einem alten VW beziehungsweise alten Kübelwagen umgebaute Draisine. Am Getränkemarkt könne man, so Reusch, zum DRK, Henry-Ford-II-Straße, umsteigen. "Bei allem ist ein bisschen Erlebnis bei. An den Gleisen wird auch nur so viel weggeschnitten, dass sie befahrbar sind und Menschen sehen können, wie sich die Natur das Gelände zurückerobert hat."

Während sich ein Teil der THW- Freiwilligen an Schwellen und Gleisen durch die Wüstenei arbeitete, war der größere Teil bemüht, das Stellwerk besenrein zu bekommen. Das Stellwerk, in dem noch Seilzüge und Signalanlagen zu sehen sind, gilt als eins der letzten aus dem 19. Jahrhundert. "Ganz unten soll sich noch ein Luftschutzraum befinden", erzählte THW-Helfer Florian Seel. Um Vandalismus im Gebäude zu verhindern, waren irgendwann Holzplatten über den Fensterscheiben angebracht worden. Dicke abgeschnittene Elektro-Kabel ragten in den Raum.

Strom ist längst abgestellt

Auf dem Sicherungskasten lagen ausgeschraubte Sicherungen. "Selbst wenn man sie einschraubt, passiert nichts. Es gibt keinen Strom mehr", sagte Seel. Laut Friedhelm Reusch wird am 16. Juli der benachbarte Schrotthändler notwendigen Strom spenden.

An vergangene Zeiten erinnert ein Holz-Schreibtisch, mit Telefon von 1979. Teile von Zeitungen aus 80er/ 90er Jahre, "Schrottschränke", "Wechsel-Klamotten", Teller und Tassen wurden entrümpelt. "Alte Dokumente sollen natürlich hier bleiben. Die sollen Leute dann hier erklärt bekommen", sagte Seel.

(rmg)