Erkrath Theaterstück zeigt Schülern: Mobbing ist gefährlich

Düsseldorf · „Luuser“ ist der Name des Jugendstücks und einer der harmlosen Ausdrücke, die hier fallen. Autor Stefan Ey liefert starken Tobak verbal in diesem Stück, das das Thema Mobbing – auch mittlerweile „Bullying“ und „Happy slapping“ genannt, behandelt . In der Stadthalle Erkrath waren die drei Darsteller von der Burghofbühne Dinslaken für die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule und des Gymnasiums Erkrath ganz in ihren Rollen.

Extreme Umgangssprache

Der vierte Darsteller war tot. Es ist die Rolle des Jungen Dennis, 15 Jahre alt, der sich umgebracht hat und an dessen Grab Gunnar, Emmanuel und Iris die Nacht verbringen. Von den beiden Jungen war Dennis erniedrigt und gequält worden. Als Nemesis in Gestalt der coolen und furchtlosen Juli, rechnet die Freundin von Dennis nun ab mit den Tätern – auf ihre Weise. Schülerin Laura aus der 9a des Gymnasiums Erkrath, fand die Umgangssprache im Stück normal, doch ganz so schlimm würde in ihrer Klasse nicht gesprochen: „Das hier ist schon extrem. Zum Glück gibt es in unserer Klasse kein Mobben.“ Wie eine Hackordnung aufgebaut ist und auch junge Menschen Macht aufbauen und missbrauchen, verdeutlichen die Dialoge klar. Intriganz, rasende Wut, Intelligenz und Manipulation, sowie ausgeübter Psychoterror sind die charakterlichen Attribute, mit denen die jungen Leute ausstaffiert sind.

Die Schauspieler Leif Scheele, Andreas Mayer und Iris Kunz liefern hier ein darstellerisches Meisterstück und adaptieren die Charaktere authentisch. Dank des Autors Stefan Ey nehmen sie kein Blatt vor den Mund und es fallen Ausdrücke, die so mancher Schüler seinen Eltern ersparen würde. Doch diese „Gossensprache“ transportiert als die wahre Sprache der Gewalt und Dummheit glaubwürdig den Kern des Stücks: Gewalt – seelische wie auch körperliche.

Die Schüler im Publikum waren gebannt und als ein hintergründiger Witz erzählt wurde auf der Bühne, wurde weder gelacht noch geschwiegen, sondern es entstand im Saal ein Diskutieren. Das ist das Ziel der Initiatoren der Vorführung. Jugendamt, Kulturamt und „erkrath initial e.V.“ brachten das Thema auf den Weg. Bislang hatte es bereits Maßnahmen gegen Mobbing gegeben, die sich an Eltern und Lehrer richteten. Nun richtete sich dieses Jugendtheaterstück an die Schüler – mit nachhaltigem Erfolg hoffentlich. In der nächsten Woche werden sich 250 Schüler aus Hochdahl das Stück ansehen.

(RP)