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Theater Nero wegen Corona zu Besuch in der Kulturvilla in Mettmann

Wegen Corona auf Tour : Erkrather Theater zu Besuch in der Kulturvilla

In dem Mettmanner Kulturzentrum stehen die Schauspieler des Theaters Nero im November mit „Zartbitter“ auf der Bühne. Ihre eigene Spielstätte ist zu klein, um unter Corona-Bedingungen zu öffnen.

Die Kulturvilla bekommt Besuch aus Erkrath: Vom 13. bis zum 15. November werden die Schauspieler des Theaters Nero auf der Bühne stehen. Und zwar mit der beliebten Komödie „Zartbitter“, die schon fast zum Kult geworden ist. Darin geht es um zwei Chocolatiers, die gemeinsam in der Küche einer Schokoladen-Manufaktur in Paris arbeiten: der schwule Tom (gespielt von Lars Lienen), und Samantha (Susan Sararuni), die eine Abneigung gegen schwule Männer hat.

Das Stück wurde vor elf Jahren uraufgeführt und steht seitdem ununterbrochen auf dem Spielplan – meistens ist es ausverkauft. Seit 2012 stehen Lars Lienen und Susan Sararuni als Duo auf der Bühne. „Wir haben natürlich auch noch andere Stücke im Repertoire, aber das ist definitiv das beliebteste“, sagt Lars Lienen, der das Theater 2006 gegründet hat und es seit 2009 gemeinsam mit seinem Partner Patrick Woitscheck führt.

Seit Mitte März jedoch ist die kleine Spielstätte mitten in Erkrath geschlossen, an eine Wiedereröffnung ist unter den aktuellen Bedingungen nicht zu denken. Der Saal mit der niedrigen Decke ist klein und bietet überschaubaren Platz für 50 Besucher. „Wir haben das prüfen lassen und hätten letztlich eine neue Lüftungsanlage einbauen lassen müssen“, berichtet Lienen. „Der damit verbundene Umbau hätte unser Budget völlig gesprengt.“

Um trotzdem spielen zu können, hat sich das Theater-Team etwas einfallen lassen: Die Komödie „Zartbitter“ geht auf Tour, die Schauspieler treten also in anderen Häusern auf, in denen die Anforderungen der Corona-Maßnahmen erfüllt werden können – so wie in der Kulturvilla in Mettmann. Deren Betreiber Constanze Backes und Bodo Herlyn seien sofort offen für die Idee gewesen, berichtet Lienen. „Wir sind natürlich total froh, dass wir endlich wieder spielen können.“

Das Ensemble des Theaters Nero ist übrigens keins im klassischen Sinne: Bei den Produktionen wirken Schauspieler aus anderen Theatern mit. „Trotzdem ist das eine feste Gruppe an Schauspielern, die sich schon gut kennen und eingespielt haben“, sagt Lienen.

Er selbst hat auch schon diverse Stücke geschrieben, unter anderem „Zartbitter“. Nach den ersten Aufführungen hat er eine äußerst positive Resonanz bekommen – und die Anfrage eines Verlags. „Seitdem wird das Stück vielerorts in Deutschland und in der Schweiz gespielt, es wurde auch ins Italienische übersetzt“, sagt Lienen. Mit der Kulturvilla erreicht es einen neuen Spielort – wenn das funktioniert, kann sich Lienen weitere Stationen vorstellen.

Info Tickets kosten 20 Euro und sind erhältlich unter www. theaternero.de