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Mettmann: Test bei Sommerhitze locker bestanden

Mettmann : Test bei Sommerhitze locker bestanden

Gute Kühlsysteme und befolgte Hygienevorgaben sorgen für tadellose Produkte der Markthändler auf dem Mettmanner Jubiläumsplatz. Dies zeigte sich beim jüngsten Besuch von Günther Wustmann, Lebensmittelkontrolleur des Kreises.

Sie sind unsichtbar. Die Keime und Erreger, die sich in falsch gelagerten Lebensmitteln verbergen. Wer sich mit ihnen infiziert, leidet an Durchfall oder ähnlichen Malaisen. "Deshalb sind Hygiene und korrekte Lagerungstemperaturen ein unerlässliches Thema", sagt Günther Wustmann. Beim Kreis Mettmann ist er als Lebensmittelkontrolleur im Einsatz, seine Besuche erfolgen bei Gastronomen wie Markthändlern vor allem nach einem Prinzip: unangemeldet.

Das Prozedere ist einfach. Im saloppen Outfit kommt der Lebensmittelprüfer wie ein gewöhnlicher Kunde an den jeweiligen Stand, weist sich per Ausweis aus, hüllt sich in einen blütenreinen Kittel, zückt ein spezielles Thermometer und checkt die jeweiligen Produkte. So wie Mittwoch bei sommerlichen 30 Grad Mittagstemperatur auf dem Jubiläumsplatz am Fischstand von Belkis Dikici.

Tadellos liegt in Belkis Dikicis Verkaufstheke Frischfisch wie Dorade oder Hummerkrabbe im zulässigen Temperaturbereich zwischen null und zwei Grad auf schmelzendem Eis. "Und das muss immer wieder aufgefüllt werden", in einer entsprechenden Eisbox wartet Nachschub. Räucherfisch und Salate dagegen dürfen bei maximal sieben Grad trocken gelagert werden. "Alles in Ordnung", ist der Kontrolleur ebenso mit der Kerntemperatur einer Forelle zufrieden, die exemplarisch ausgewählt wurde. Und auch beim Rest seiner streng definierten Checkliste gibt es nichts zu beanstanden.

"Wie in einem Ladenlokal müssen auch auf einem Marktstand Schneidebretter und Messer tadellos sauber sein." Gleiches gilt für Wischtücher, Schwämme oder Mülleimer und selbstverständlich die persönliche Hygiene der Verkäufer. "Vor allem die Bereiche, die der Kunde nicht einsehen oder prüfen kann, nehmen wir in Augenschein", stichprobenartig natürlich. "In der Regel sind aber auch die Standbetreiber daran interessiert, alle Auflagen zu erfüllen."

Folgerichtig sind die modernen Fahrzeuge, die geparkt und an den Seiten aufklappbar einen Verkaufsstand abgeben, mit allen vorgeschriebenen Utensilien ausgerüstet. Am Prüfungstag fand Günther Wustmann bei den Händlern des Jubiläumsplatzes nichts zu beanstanden.

"Das erste, was wir machen, ist uns mit dem lokalen Stromanschluss zu verbinden", erklärt Fleischereifachverkäuferin Petra Perlitz. "So bleibt die Kühlkette geschlossen und konstant auf zwei Grad." Eine Temperatur, in der sich einerseits Kaninchenkeulen, Schinken und Braten wohlfühlen und andererseits die Behörden nichts zu beanstanden haben.

Der eine Kunde möchte Salami, der andere ein Stück Leberwurst und wenn Petra Perlitz Blätter der Schneidemaschine, Messer oder das Hackebeil säubern muss, macht sie das über fließendem Wasser am entsprechenden Spülbecken. "Seifenspender, Desinfektionsmittel und einzeln entnehmbare Papiertücher aus dem Handtuchhalter - es ist alles da."

Ebenso sauber und reinlich geht es am Verkaufsstand der Geflügelfrau Bettina Deisen zu. Der Schneide- und Spülbereich ist blitzsauber und in tadellosem Zustand, "das muss immer alles tipptopp in Ordnung sein." Kollegen, die in der Vergangenheit Ärger mit den Kontrolleuren hatten, wissen wie pingelig sie auch im Nachgang bei weiteren Terminen mit Adleraugen gucken. "Da hat man besser alles so, wie es sein soll", sagt Bettina Deisen. Und auch sonst kennt sie sich nicht nur mit Huhn, Ente, Gans & Co. aus, sondern weiß zu jeder Zeit über die Verhältnisse am Stand Bescheid.

"Da brauche ich nur einen kurzen Blick auf die Anzeige zu werfen", hat sie die korrekten Celsiusgrade immer im Visier. Nicht nur die große Kühltheke mit den für die Kunden appetitlich drapierten Angeboten ist auf entsprechende null bis minus vier Grad eingestellt. "Wir haben noch verschiedene Kühlfächer", jedes lässt sich individuell temperieren. Auch diese Angaben lassen sich leicht auf der Digitalanzeige ablesen und im Bedarfsfall per Knopfdruck regulieren. "Wenn es wirklich warm ist, stapele ich die Ware nie zu hoch." Je näher die Produkte an der Kühlfläche liegen, desto besser. "Da lege ich lieber öfter mal aus dem Vorrat nach."

"Die prüfen zu oft und so unsystematisch", mault ein Markthändler. "Und manche führen sich auf wie Halbgötter in Weiß." Was sich nach willkürlicher Überprüfung anhört, folgt tatsächlich einem strengen Konzept. "Die Berechnung der Kontrollfrequenz ergibt sich aus verschiedenen Faktoren." Dazu gehört beispielsweise, wie leicht ein Lebensmittel verderblich ist. Also wird der Fischverkäufer häufiger aufgesucht als zum Beispiel der Obst- und Gemüsehändler. "Die Bestimmungen werden auf beiden Seiten gut eingehalten", lautet das Tagesfazit Günther Wustmanns.

(RP)