Erkrath: Tempo 30 rund um die Uhr

Erkrath: Tempo 30 rund um die Uhr

Im Wohngebiet der Max-Planck-Straße gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung bald 24 Stunden täglich.Doch das ist nur der Anfang. Die neue Mehrheit plant Tempo 30 in Alt-Erkrath an Neander-, Beethoven sowie an der Kreuzstraße.

Die von Verkehrslärm geplagten Anwohner im Wohngebiet der Max-Planck-Straße sollen tagsüber mehr Ruhe vom Auto- und Lkw-Verkehr des angrenzenden Gewerbegebiets haben. Mit nur zwei Gegenstimmen (1CDU/1 FDP) beschloss der Planungsausschuss am Dienstag, die bestehende Tempo 30 Regelung in der Zeit von 20 bis 8 Uhr künftig rund um die Uhr gelten zu lassen.

Doch das ist nur der Anfang. Völlig überraschend mahnte Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs in der Sitzung an, die Politiker sollten — was Tempo 30 in Erkrath betrifft — einen "einheitlichen Standard" anstreben. Heffungs schlug vor, auf der Alt-Erkrather Hauptdurchgangsstraße Neander- und Beethovenstraße ebenfalls Tempo 30 einzuführen. Darüber hinaus machte sich Heffungs für Tempo 30 auf der Kreuzstraße stark.

Verwaltung will Standard

Die neue Mehrheit aus SPD, BmU und Grünen nahm die Vorschläge der Verwaltung dankbar an. Kein Wunder, denn mit genau diesen Forderungen waren sie in den vergangenen Jahren immer wieder an der alten CDU/FDP Mehrheit gescheitert. Grünen Ratsherr Peter Knitsch kündigte äußerst vergnügt und ausgelassen an, entsprechende Tempo-30 Anträge würden schon in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses auf dem Tisch liegen. Gar nicht vergnügend war dagegen die fast zweistündige Aussprache über die Max-Planck-Straße.

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Einige ambitionierte Politiker der Oppositionsparteien waren offensichtlich einmal kurz vor der Sitzung durch Unterfeldhaus gefahren und hatten ein dementsprechend flüchtiges Bild der Verhältnisse vor Ort. Aber auch SPD, BmU und die Grünen ließen im Ausschuss ordentlich Federn. Nach langer Beratung mussten sie selbst einsehen, dass ihre Forderung nach einem mit einer deutlichen Markierung abgeteiltem Schutzstreifen für Radfahrer im Wohn- und Gewerbegebiet der Max-Planck-Straße wenig Sinn macht.

Dafür wäre zumindest im Wohngebiet angesichts der Verkehrsinseln und erzwungenen Schlangenlinienfahrt wenig Platz. Auch im Gewerbegebiet ist ein abgeteilter Streifen — Vorbild ist die Hochdahler Straße — kritisch zu beurteilen. Denn immer wieder nutzen Lastwagenfahrer die Straße als Parkplatz, um auf eine Einfahrtmöglichkeit zu den Betrieben zu warten.

Statt des Schutzstreifens soll das Tempo 30 Schild ein paar Meter vorgezogen werden und nun direkt an der Straße Am Maiblümchen stehen. Darüber hinaus soll der Verkehr gezählt werden. Lärmmindernder Asphalt ist bei Tempo 30 wohl nicht mehr nötig.

(RP)