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Wülfrath: Tedrive meldet Kurzarbeit und neue Jobs

Wülfrath : Tedrive meldet Kurzarbeit und neue Jobs

Die wirtschaftliche Flaute in der Automobilbranche sorgt für weniger Aufträge bis zum Sommer.

Die Automobilindustrie verkauft immer weniger Autos. Das bekommt auch der Zulieferer Tedrive in Wülfrath zu spüren. Der Großteil der 380 Mitarbeiter an der Henry-Ford-II.-Straße machen bis zum Sommer Kurzarbeit. Bei der Agentur für Arbeit sind bis zu acht Tage pro Monat Kurzarbeit angemeldet worden, bestätigt Thomas Brüse, geschäftsführender Gesellschafter bei Tedrive. "In Abstimmung mit dem Betriebsrat gehen wir bis Juni von fünf Monaten Kurzarbeit aus. Eine Betriebsvereinbarung regelt die Rahmenbedingungen wie etwa die Reduzierung der monatlichen Arbeitszeit und den Abbau von Zeitkontostunden", sagt Brüse.

Die Tedrive Steering Systems GmbH mit Hauptsitz in Wülfrath ist ein spezialisierter Entwicklungspartner und Hersteller von Lenksystemen für den globalen Automobil- und Nutzfahrzeugmarkt. Bereits vor Wochen reagierten die Hersteller mit der Drosselung ihrer Produktion und einer entsprechenden Reduktion des Auftragsvolumens auf Seiten der Zulieferer wie bei Tedrive. Die gegenwärtige Marktschwäche und damit einhergehend die geringeren Stückzahlen an Lenkungen hätten den Schritt notwendig gemacht, sagt er.

An Kündigungen werde aber derzeit nicht gedacht, heißt es. Stattdessen setzen die Verantwortlichen auf den weiteren Ausbau spezieller Abteilungen des Unternehmens. So wird eine Entwicklungsabteilung aufgebaut, "damit wir unseren Abnehmern spezielle Lösungen bieten können", sagt Unternehmenssprecherin Britta Lange. Diese Erweiterung der Forschung werde noch in diesem Jahr auch mit weiteren Stellen einhergehen, sagt sie. Dafür würden bereits jetzt Mitarbeiter gesucht. Überhaupt schaut Brüse mit Zuversicht in die Zukunft des Automobilzulieferers. Im Frühjahr 2010 ist die neue Gesellschaft an den Start gegangen — nachdem die Mitarbeiterzahl vom Vorbesitzer erheblich reduziert worden war und das Unternehmen vor der Insolvenz stand. Doch nun setzt man auf die immer stärker verfeinerten Lösungen für Pkw und Lkw, darunter der erfolgreiche Anlauf des Neugeschäfts mit Lenkungen für den Ford Transit mit einem Ausbau der Stückzahlen in diesem Jahr. Zudem habe man durch die Übernahme des Lkw-Lenkungsspezialisten RBL in Chemnitz im vergangenen Jahr das Portfolio um Lkw-Kugelumlauflenkungen erweitert. Damit gehöre man nun zu den Komplettanbietern im Bereich hydraulische Lenkungen und decke vom Kleinstwagen bis zum schweren Lkw alle Fahrzeugsegmente ab.

(RP)