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Erkrath: Tafel will Pakete verschenken

Erkrath : Tafel will Pakete verschenken

Rund 750 Erkrather werden pro Woche kostenlos mit mehr als einer Tonne Lebensmittel versorgt. Zu Weihnachten möchte die Tafel den Bedürftigen ein besonderes Geschenk machen und bittet um Spenden.

Inge Karolak weiß noch auf den Tag genau, wann das erste Mal kostenlos Lebensmittel an Bedürftige in Erkrath ausgegeben worden sind. "Das war am 22. Dezember 2001 im Gemeindezentrum am Hochdahler Neanderweg", sagt Inge Karolak, die auch heute noch ehrenamtlich bei der Tafel arbeitet. Das zehnjährige Bestehen der von Monika Schön gegründeten Tafel soll aber erst im nächsten Jahr gefeiert werden. Denn nun geht es zügig auf die Weihnachtsfeiertage zu und da möchte die Tafel möglichst alle ihrer "Stammkunden" mit einem schönen Paket überraschen.

Wie in den vergangenen Jahren sind die Erkrather wieder aufgerufen, Pakete für Bedürftige zu packen. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen werden die Pakete in Alt-Erkrath und Hochdahl verteilt. Mehr als 300 sind in den vergangenen Jahren zusammengekommen und haben bei vielen Empfängern für ein gelungenes Weihnachtsfest gesorgt.

Die Erkrather können die Päckchen am Freitag, 16. Dezember, an drei Standorten in allen drei Stadtteilen abgeben (siehe Infokasten). Was in die Pakete hinein darf und was nicht, erläutert Jürgen Mann, Vorsitzender der Tafel: "Bitte keinen frischen Sachen. Wir wünschen uns haltbare Lebensmittel wie Konserven, Kaffee oder Plätzchen". Nicht erwünscht ist Hochprozentiges oder gar Geld. Toll wäre es, wenn die Empfänger sich mit dem Paket selbst ein Weihnachtsmenü zusammenstellen können. In den Vorjahren haben das sogar einige Spender gemacht und ihre gespendeten Lebensmittel mit Rezepten versehen.

Wenn es geht, kann man auf das Paket auch noch drauf schreiben, für wie viele Personen es geeignet ist. Das i-Tüpfelchen wäre noch, Schweinefleisch auch als solches zu kennzeichnen, da nicht alle Empfänger aus religiösen Gründen Schweinefleisch essen. Das größte gespendete Paket, das die Tafel erhalten hat, war ein ganzer Umzugskarton mit Lebensmitteln für fünf Personen von Radio Neandertal. "Aber es kann natürlich jeder selbst bestimmen, wie viel er geben möchte", sagt Mann.

Viele trauen sich nicht

90 bis 95 Prozent der Empfänger der Weihnachtspäckchen kommen auch regelmäßig zur Tafel, die seit einiger Zeit im ehemaligen Schul-Gebäude an der Schmiedestraße untergebracht ist. Dort werden an zwei Tagen in der Woche mehr als eine Tonne gespendete Lebensmittel verteilt. "In den vergangenen Jahren haben wir einen großen Zulauf", sagt Jürgen Mann. An den zwei Tagen kommen mehr als 200 Personen, dahinter stehen mit Familienangehörigen aber bis zu 750 Bürger. Zur Tafel gehen kann jeder, der eine Rente unter 850 Euro bezieht (Paare 1300) oder von Hartz IV lebt oder Wohngeld bekommt.

Dennoch gebe es immer noch viele Erkrather, die zwar Anspruch hätten, sich aber nicht trauen, herzukommen, weiß Inge Karolok. Sie sehen die Schlange und drehen dann wieder um, weil es ihnen zu peinlich ist.

(RP)