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Erkrath: Süchtig nach Flickwerk

Erkrath : Süchtig nach Flickwerk

Heute und morgen laden Christina Richter und Ingrid Gröbe zur Patchwork- und Quiltausstellung in Erkrath ein. Interessenten kommen sogar aus Belgien und Holland. Regelmäßig werden Kurse angeboten.

Beim Betreten der Patchwork-Werkstatt von Christina Richter weiß man kaum, wo man zuerst hinsehen soll. In Regalen und an den Wänden türmen sich die verschiedensten Stoffe, fertige Patchwork-Arbeiten und die dazugehörigen Materialien. "Alles hat vor vielen Jahren mit Seidenmalerei angefangen", antwortet Christina Richter auf die Frage nach den Wurzeln ihrer Leidenschaft.

Irgendwann war jedoch die gesamte Verwandtschaft mit bunten Tüchern versorgt und sie wollte gemeinsam mit ihrer Freundin etwas Neues ausprobieren. An einem Tag beobachteten die beiden ihre VHS-Dozentin beim sogenannten Quilten, dem Anfertigen einer gesteppten Patchworkdecke, und hakten nach. "Fangt das bloß nicht an, ihr hört nie mehr damit auf!", war die Antwort der Dozentin. Christina Richter belegte dennoch einen Anfängerkurs und legte sich kurz danach sämtliche Utensilien zu.

"Das war vor 16 oder 17 Jahren", erzählt sie. Das Suchtpotenzial hat sich bewahrheitet. Mittlerweile finden in ihren Räumlichkeiten regelmäßig Ausstellungen sowie Quilt- und Patchwork-Kurse statt. Die Besucher und Kursteilnehmer kommen nicht nur aus dem Kreis Mettmann, sondern auch aus Köln, Wuppertal und den Nachbarländern Holland und Belgien. Oftmals ist auch der ein oder andere Mann dabei. "Wir nähen Gebrauchsgegenstände, das ist uns ganz wichtig", betont Christina Richter.

Stoffspenden fürs Kinderhospiz

Patchwork heißt frei übersetzt "Flickwerk". Es geht darum, aus verschiedenen Stoffresten und Flicken etwas Neues zu nähen. Am bekanntesten sind die großen Tagesdecken, häufig in amerikanischen Filmen zu sehen. Dieses Jahr wurden in der Werkstatt jedoch viele Taschen gefertigt. Christina Richter, die nebenbei noch ihrem Beruf nachgeht, liegen außerdem Aktionen für den guten Zweck besonders am Herzen. Mit Stoffspenden unterstützt sie Frauen, die für das Düsseldorfer Kinderhospiz "Regenbogenland" Schmusekissen nähen. Auch die Universitäts-Frauenklinik in Düsseldorf erhält regelmäßig herzförmige Kissen und Bezüge für die Drainagebeutel an Brustkrebs erkrankter Frauen. Die Materialien für Patchwork und Quilts stammen fast ausschließlich aus den USA. "Sie werden in Deutschland und den Nachbarländern von Zwischenhändlern vertrieben."

Heute und morgen laden Christina Richter und Ingrid Gröbe wieder zur Ausstellung ein, jeweils von 11 bis 18 Uhr. "Es gab schon Wochenenden, da hatten wir 500 Besucher. Das ist aber wetterabhängig", berichtet die Patchworkerin. Dank neuem Anbau mit Wintergarten muss die Veranstaltung bei Regen nicht ins Wasser fallen. "Nicht alle Besucher nähen selbst. Viele haben sich aber auf Ausstellungen bereits mit dem Patchwork-Virus infiziert und kommen immer wieder."

(RP)