Mettmann: Stürmischer Erinnering

Mettmann: Stürmischer Erinnering

An Kyrill, die Blutbuche, 100 Jahre Weltspiegel, 150 Jahre Kolping und 100 Jahre Georg Fischer erinnert der vierte Bronzering auf dem Lavalplatz. An den Ortseingängen soll Mettmann bald „Neanderthalstadt“ heißen.

Der Sturm Kyrill und der Streit um die Blutbuche am Königshof: Das sind Themen, welche die Mettmanner im vergangenen Jahr besonders bewegt haben und die ihnen in Erinnerung bleiben. Hinzu kommen 100 Jahre Weltspiegel-Theater, 150 Jahre Kolpingfamilie Mettmann und 100 Jahre Georg Fischer. All diese Ereignisse und Jubiläen sind niedergeschrieben auf dem bronzenen Erinnering, den Professor Bernd Günter und der Arbeitskreis Neanderthalstadt gestern am Lavalplatz der Öffentlichkeit übergaben.

Es ist der vierte Ring, den die engagierten Bürger dank Helfern und Sponsoren und einer „freundlichen Stadtverwaltung“ schaffen konnten, wie der Leiter des Arbeitskreises gestern bei der Präsentation sagte. Der Ring zeigt keine trockene, objektive Chronik wichtiger Ereignisse. Was in Bronze verewigt wurde, ist höchst subjektiv. Denn an die 500 Bürger haben ihre Stimme abgegeben und zur Auswahl dieser Ereignisse für den Erinnering nach eigenem Empfinden beigetragen.

Weltweit einzigartig

Mit nicht zu verkennendem Stolz erzählte Günter von seinen Recherchen im Internet. In dem weltweiten Informationsnetz habe er keinen Hinweis gefunden, dass es in irgend einer anderen Kommune etwas Ähnliches gäbe wie die Mettmanner Erinneringe. Günter hofft, dass es 2008 gelingt, einen weiteren Ring hinzuzufügen.

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Die Sammlung der Erinneringe soll zugleich Startpunkt sein für den Evolutionspfad. Beginnend bei den jüngsten Ereignissen der Geschichte, die im Zentrum Mettmanns niedergeschrieben sind, würde der Besucher hinausgehen ins Neandertal in Richtung Museum und tiefer in die Geschichte eintauchen – von heute zu den Anfängen zurückkehren.

Bei dem Treffen des Arbeitskreises auf dem Lavalplatz berichtete Günter erfreut, dass die Stadt den Bürgern nur einen Tag zuvor grünes Licht gegeben hat für ein weiteres Projekt. Den Titel „Neanderthalstadt“ führt Mettmann bereits in seinem Internetportal, auf Broschüren und Prospekten. Die Bürger wünschen sich den Beinamen auch auf den gelben Ortseingangsschildern. Denn das würde auf eine Besonderheit Mettmanns hinweisen, würde viel charakteristischer sein als das spröde „Kreisstadt“.

Auf den 13 Ortseingangsschildern ist nun der Beiname „Neanderthalstadt“ rechtlich nicht zulässig, wie die Recherchen von Wolfgang Karp ergaben. Doch Zusatzschilder dürfen die Mettmanner aufstellen. Diese Aufgabe packte der Arbeitskreis gestern sogleich an – und sammelte erste Spenden.

(RP)
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