Mettmann: Strom aus der Region

Mettmann: Strom aus der Region

Die Kreisstädte Erkrath, Heiligenhaus und Wülfrath haben die "Neander Energie GmbH" gegründet. Ab Herbst startet der Betrieb. In Zukunft sollen Strom und Gas auch überregional verkauft werden.

Ein stilisiertes gelbes Mammut soll er darstellen, der Buchstabe "n" im Logo der "Neander Energie GmbH", erklärt Gregor Jeken. Der Chef der Erkrather Stadtwerke repräsentiert eine von drei Gründungsstädten der Gesellschaft "Neander Energie GmbH", die ab Herbst Strom und Gas anbietet.

Für die Gründung dieser Energie-Offensive in Zeiten großer Anbieter-Auswahl haben sich die Stadtwerke der drei Kreisstädte Erkrath, Wülfrath und Heiligenhaus zusammengeschlossen: Sie sind zu 100 Prozent im Besitz der Kommunen und werden nun zu gleichberechtigten Partnern des Energieversorgers.

"Neun von zehn Städten im Kreis haben eigene Stadtwerke, Mettmann derzeit nicht. Viele Kommunen haben Teile ihrer Stadtwerke an große Konzerne verkauft. Wir wollten einen anderen Weg gehen, die Zukunft selbst gestalten", erklärte der Heiligenhauser Bürgermeister Jan Heinisch. "Wir bieten Wasser und Gas bereits an. Viele Menschen möchten ihre Versorgung jedoch aus einer Hand beziehen, dafür fehlte uns immer der Strom im Angebot", erläuterte Heinisch.

Seit zwei Jahren im Gespräch

Vor zwei Jahren habe man sich erstmals zu Gesprächen getroffen. Claudia Panke, Bürgermeisterin von Wülfrath, betonte: "Die Gründung dieser Gesellschaft ist von allen beteiligten Räten parteiübergreifend und einstimmig beschlossen worden." Man wolle den Stadtwerken keine Konkurrenz machen, im Gegenteil. Das Konzept sei darauf ausgelegt, sich noch zu vergrößern, andere Kreisstädte zu beteiligen. Die Stadtwerke selbst behalten ihre Aufgaben.

Mit der "Neander Energie GmbH" will man ein zukunftsfähiges Unternehmen auf den Weg bringen und neue Geschäftsfelder erschließen. Arbeitsplätze werden nicht wegfallen, betonen die Firmengründer. Die neuen Aufgaben würden auch qualifiziertes Personal erfordern. Die drei Stadtwerke, die hinter dem Unternehmen stehen, seien "kerngesunde Betriebe", sagt Michael Scheidtmann, Chef der Heiligenhauser Stadtwerke.

Durch Drei geteilt

Das Investitionsvolumen sei mit gleich drei Betreibern erheblich höher. Es wird zu gleichen Teilen von den Städten getragen, die Gewinne werden ebenfalls gedrittelt. Regenerative Energien wie Windkraft oder Strom aus Biomasse sind im Gespräch. Der Strom, der nicht selbst produziert werden kann, soll an der Börse eingekauft werden, das sei "gängig". Die große Konkurrenz werde die Neugründung mit Argusaugen beobachten, glaubt der Wülfrather Stadtwerkechef Ulrich Siepe. Geschäftsführer sind die drei Stadtwerkechefs, im Aufsichtsrat sitzen Vertreter der Städte.

(RP/rl)
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