Erkrath: Straßenfeger gesucht

Erkrath : Straßenfeger gesucht

Der Rat will überprüfen lassen, ob der Bauhof die Straßenreinigung in den drei Stadtteilen übernehmen kann. Möglicherweise will man auf eine Fremdfirma verzichten. Ein Gutachten soll Klarheit bringen.

Wenn es um "gute Beispiele" im Kreis Mettmann geht, werden in Politik und Verwaltung immer wieder gerne die "reichen Langenfelder" Nachbarn zitiert. Die Stadt ist schuldenfrei und schafft es sogar, Gewerbeflächen zu vermarkten. Und was kaum einer weiß: Die Stadt spart auch Geld ein, indem zum Beispiel für die Bürger die Straßenreinigungsgebühr abgeschafft wurde. Nur Hauptverkehrsstraßen werden von der Stadt Langenfeld gereinigt, für etwa zwei Drittel sind die Bürger selbst zuständig. 450 000 Euro im Jahr spart die Stadt so jährlich, weil Bürger den Rinnstein und die Fahrbahn selbst sauber machen. Ein Vorbild für Erkrath?

Ganz so weit ist es noch nicht, aber die Politiker im Rat wollen zumindest einmal gründlich überprüfen lassen, wie die Straßenreinigung im Erkrather Stadtgebiet neu geregelt werden kann. Möglicherweise wäre es kostengünstiger, wenn der Bauhof die Straßen in Eigenregie säubert, als wie bislang eine Fremdfirma zu beauftragen.

Hintergrund: Bislang teilen sich der Bauhof und ein Unternehmen aus Haan die Arbeit auf den Straßen. Die Haaner reinigen mit einer großen Kehrmaschine, die Erkrather sind mit einem kleineren Trupp etwa auf dem Hochdahler Markt oder unter der Erkrather Markthalle aktiv. 80 000 Euro im Jahr zahlt die Stadt Erkrath an die Firma aus Haan, Ende des Jahres läuft der Auftrag aus und wird neu ausgeschrieben. Im Haushalt für das Jahr 2011 kamen sogar noch einmal 30 000 Euro hinzu. Das Geld ist für einen so genannten Beikehrer gedacht, der Unrat und Müll von den Straßen in Richtung der Reinigungsmaschine kehrt. Der Auftrag an die Firma aus Haan wird offenbar immer für die nächsten zehn Jahre ausgeschrieben. Und da wollen die Politiker noch mal genau überlegen: Möglicherweise wäre es günstiger für die Stadt, wenn die Erkrather die Straßen alleine kehren. Um das zu klären, ist allerdings ein betriebswirtschaftliches Gutachten erforderlich. Dafür ist schon ein "kleinerer fünfstelliger Betrag in den Haushalt eingestellt worden.

Vorbild Müllabfuhr

Politiker der Grünen und der BmU ärgern sich offenbar immer noch darüber, dass bei der Neuausschreibung der Müllabfuhr kein Gutachten eingeholt wurde, ob es Sinn macht, dass die Stadt den Müll selbst abholt. Der schneereiche Winter mit vielen vollen Mülltonnen auf der Straße hat Erkrath besonders hart getroffen. In Städten wie Hilden, wo die Müllabfuhr in städtischer Hand ist, habe das viel besser geklappt, so Bernhard Osterwind von der BmU.

(RP)
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