Straßenausbau-Programm in Mettmann

Verwaltung legt eine Prioritätenliste vor : Ärger um Straßenbau-Programm

Der Bauausschuss will dringende Arbeiten so lange zurückstellen, bis die Anliegerbeitragsfrage geregelt ist.

Die Prioritätenliste für das Straßenbauprogramm sorgte für eine hitzige Diskussion im Bauausschuss. Eigentlich ging es nur darum, welchen Gemeindestraße in Mettmann marode ist und in den nächsten Jahren saniert werden muss. Doch die Bauausschuss-Mitglieder waren von dieser Liste elektrisiert. „Die birgt Zündstoff“, sagte Ausschussmitglied Berthold Becker (SPD). Denn wenn Straßen nicht nur saniert, sondern von Grund auf neu gebaut werden müssen (man nennt das Vollausbau) beziehungsweise umgestaltet werden, dann werden die Anwohner je nach Straßentyp (Anliegerstraße, Haupterschließungsstraße) in unterschiedlicher Höhe zur Kasse gebeten.

Die Ausschussmitglieder dachten dabei an die geplante Neugestaltung des Düsselrings und der Hubertusstraße. Da gab und gibt es heftige Bürgerproteste. Die Anwohner gingen auf die Straße, sammelten Unterschriften für eine Petition an die Landesregierung und übten im Rat Kritik an der Verwaltung und an den Politikern.

Die Ratsmitglieder und die Bauabteilung haben reagiert und den Umbau des Düsselrings erst einmal verschoben. Und zwar so lange, bis sich das Land definitiv entscheidet, ob Anliegerbeiträge fällig werden oder nicht. Deshalb hat die Verwaltung reagiert und das Thema Düsselring/Hubertusstraße erst gar nicht in der Prioritätenliste aufgeführt.

Ein Fachbüro aus Enger hatte im Auftrag der Stadt die Straßen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind in einer Straßendatenbank kategorisiert worden, sagt Dezernent Kurt-Werner Geschorec. Die Zustandsnoten (1 bis 5) der einzelnen Abschnitte ergeben sich aus der Bewertung der Faktoren Spurrinnen-Tiefe, Risse, Pflasterfugen, Flickstellen, Entwässerung. Bei der schlechtesten Note (5) ist die Substanz beziehungsweise Lebensdauer der Straße erschöpft und kann nur noch im Vollausbau wieder hergestellt werden, sagt Stefan Tetzner von der Bauverwaltung. Das bedeutet die komplette Erneuerung des gesamten Straßenaufbaus.

Laut Prioritätenliste soll in 2020 die Elberfelder Straße vom Kreisverkehr bis zu Schöllersheide Haltestelle eine neue Decke erhalten (Kosten 275.000 Euro), die Johannes-Flintrop-Straße soll vom Kreisverkehr bis zur Einmündung Goldberger Straße saniert (neue Decke) werden. (Kosten: 320.000 Euro).

Der Vollausbau ist in 2020 beim Burenhofsweg (Peckhauser Straße bis Melchershof) geplant. Kosten: 250.000 Euro. Und völlig neu gebaut werden soll der Anemonenweg (Kirchendeller Weg bis Ginsterweg) in Metzkausen für 470.000 Euro. Im Jahr 2021 stehen die Beckershoffstraße von der Goethestraße bis zur Kreuzstraße (Vollausbau) und die Straße Am Heimsang in Metzkausen (Vollausbau) von der Florastraße bis zum Altenbruch (Kosten (620.000 Euro) in der Liste. Die Hasseler Straße (Peckhauser Straße bis Gartenkampsweg), Kosten 130.000 Euro, und die Eidamshauser Straße (Kreisverkehr bis Bahnhof Neanderthal, Kosten 210.000 Euro), sollen eine neue Decke bekommen.

Aber bevor nicht geklärt ist, wie das Land in Sachen Anliegerbeiträge entscheidet, wird keine Straße in Mettmann neu ausgebaut, so die Mitglieder des Bauausschusses.

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