Serie Mein Erstes Mal (3): Stille, die nur das Blubbern bricht

Serie Mein Erstes Mal (3): Stille, die nur das Blubbern bricht

RP-Redakteurin taucht erstmals im Langenfelder Hallenbad ab.

Langenfeld/Monheim Die Vorstellung, einmal in die stille, fremdartige Meereswelt abzutauchen, fand ich schon als Kind verlockend. Genährt wurde sie durch den Meeresforscher Jacques Cousteau und Abenteuerfilme, in denen Taucher mal von Haien attackiert wurden oder sich als dramatische Zuspitzung im Innern eines Wracks verfingen und in Luftnot gerieten.

Dass der Mensch nicht fürs Leben unter Wasser geschaffen wurde, dass Tauchen also gefährlich werden kann, zeigen schon die Unterschriften, die ich vor dem Schnuppertauchen beim Schwimmverein Langenfeld leisten muss: Den Haftungsausschluss und die Versicherung, dass ich eine Reihe von Erkrankungen bei mir ausschließen kann: von der Erkältung bis zur Klaustrophobie.

Die erste Erkenntnis: Schwerelosigkeit fühlt sich gar nicht mehr so leicht an, wenn man eine 12-Kilo Flasche mit Druckluft auf den Rücken geschnallt hat. Als ich mich im Langenfelder Hallenbad im Nichtschwimmerbereich an den Beckenrand stelle, um die Tarierweste mit Flasche und Atemregler anzulegen, habe ich Sorge, gleich nach hinten zu kippen und versenkt zu werden. Aber sobald man ins Wasser taucht, fängt es das Gewichts tatsächlich auf. Zuvor hat mir Tauchlehrer Achim Solbach erklärt, wie an das Flaschenventil der Lungenautomat angeschlossen wird, der den Flaschendruck von 200 bar über zwei hintereinander geschaltete Stufen herunterregelt. Für die klare Sicht durch die Taucherbrille reicht normalerweise Spucke, hier hilft Solbach mit einem Spezialgel aus.

  • Langenfeld : Schnuppertauchen und Jacht-Sharing

Schon die erste Übung im Wasser dient der Sicherheit. Wenn nämlich Wasser in die Brille eindringen und die Nase umspülen sollte, verdrängt man es einfach durch ausgeatmete Luft. Also Zähne zusammenbeißen - sonst hält das Mundstück nicht -, durch den Mund ein- und die Nase wieder ausatmen. Klappt schon mal.

Jetzt heißt es abtauchen, Kopf unter Wasser. Das Atmen mit dem Gerät fühlt sich gar nicht so fremd an. Ich erfreue mich an dem Geräusch der aufsteigenden Luftbläschen. Genauso klingt Tauchen - nach Stille, die nur durch gleichmäßiges Blubbern gestört wird. Nach meinem ersten Tauchgang ist mir eins sehr klar: Wer im Urlaub abtauchen will, sollte erst mal zu Hause in Ruhe einen Kursus absolvieren.

(RP)