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Wülfrath: Steinformer bei der Arbeit

Wülfrath : Steinformer bei der Arbeit

Elke Voß-Klingler und Claus Klingler lassen am Zeittunnel einen Knäpper bearbeiten.Den Bildhauer-Workshop unter dem Motto "In Stein gemeißelt" gibt es in diesem Sommer noch zweimal.

Es gehört schon eine Menge Kunstbegeisterung dazu, bildhauerisch bei über 35 Grad Außentemperatur tätig zu sein. Noch dazu, wenn der Stein rund 370 Millionen Jahre alt ist und so hart, abgerundet und verschlossen aussieht, als wolle er nichts von dem Zeitalter des Devon preisgeben, als der Äquator durch Europa lief und Korallen, Armfüßler, Muscheln und eine Vielzahl von Fischen die Meere bevölkerten. Auf ihm versuchten jetzt Hobby-Künstler unter dem Motto, "In Stein gemeißelt", sowie der Anleitung von Elke Voß-Klingler und Claus Klingler, ihre Spuren zu hinterlassen.

Mit Flacheisen und Knüpfel, einem hammerähnlichen Bildhauer- und Steinmetzwerkzeug aus Holz, rückten sie am Zeittunnel dem Riesenknäpper aus heimischem Steinbruch zu Leibe. Den Stein hatte Rheinkalk aufgestellt, bevor im Juli 2003 die erdgeschichtliche Ausstellung im Zeittunnel eröffnet wurde. "Die Idee war, viele Menschen an einem Werk zu einem Zusammenspiel zusammen zu bringen. Beispielsweise, was kann hier hin, was da noch", erklärte Claus Klingler zu der Stein-Meißel-Aktion. "Wie bei der Höhlenmalerei, an der viele gearbeitet und sich verewigt haben", ergänzte Voß-Klingler.

Ein Katzenkopf

Der Katzenkopf, den Melanie Hansohm im Schweiße ihres Angesichts in die Oberfläche des Steines schlug, hatte tatsächlich etwas Archaisches. Christel Kalinko staunte bei abgeschlagenen Teilen über Zeichnungen, die organisches Material, wie Muscheln, hinterlassen hatten. Michael Sawatzki versuchte, eine Maske aus dem Stein herauszuarbeiten. "Es ist schwer, in den großflächigen Stein eine Form hereinzubringen", sagte er. "Leistungsträger Sawatzki" (Claus Klingler) nahm bereits 2006 am Bildhauer-Workshop von Künstlerehepaar Klingler am Zeittunnel teil und besucht seither deren Kurse im Offenen Atelier der BDA. "Ich möchte diese Arbeit nicht mehr missen", stellte er fest. Klinglers beteiligten sich selbst auch an dem Gemeinschaftswerk, das am 31. Juli und 21. August fortgesetzt wird. Als sie das Projekt von langer Hand planten, hatten sie noch mit mehr Interessenten gerechnet. "Als sich das warme Wetter abzeichnete und vor allem, was für ein Tag es ist (WM, Deutschlandspiel), fürchteten wir, es kommt überhaupt keiner", räumte Claus Klingler ein.

Angebote für Eltern und Kinder

Zeittunnel-Chefin Andrea Gellert sah die Aktion, einschließlich Folgetermine, als reizvollen Kontrast zum Klopfplatz. "Hier Eltern, da Kinder. Hier zum Verewigen, dort zum Mitnehmen von Mineralien." Was man beim Stein-Meißeln brauche, sei viel Geduld und die Hoffnung, dass nichts wegbricht, meinte Klingler. "Ja, größer wird der Stein nie", schmunzelte Sawatzki.

(RP)