Station Vitalis in Mettmann

Modell-Station im Evangelischen Krankenhaus: Neuer Service für Menschen mit Demenz

Die jetzt eröffnete „Station Vitalis“ im Evangelischen Krankenhaus ist für Patienten gedacht, die neben ihrer internistischen Krankheit auch eine kognitive Einschränkung haben.

Auf der dritten Etage des Evangelischen Krankenhauses Mettmann (EVK) ist nun die neue „Station Vitalis“ eröffnet worden. Sie versorgt bis zu 15 internistische Patienten mit der Nebendiagnose einer kognitiven Einschränkung (sprich partielle Demenz) in modernen und gleichzeitig bedarfsgerechten Bäumen.

„Es hat vier Jahre gedauert, bis wir unser Projekt verwirklichen konnten“, sagt Bernd Huckels, Geschäftsführer des EVK. Das Krankenhaus hatte sich um Fördergelder für das Modellprojekt in NRW bemüht. „Obwohl die Krankenkassen und das Land die neue Station toll finden, bleiben die Geldhähne zu.“ Schließlich musste das Krankenhaus die Station selbst finanzieren, der Förderverein bezahlte das Mobiliar, es gab Geld von der Alzheimer -Gesellschaft und von den „Grünen Damen“, einer ehrenamtlichen Betreuungsorganisation für Patienten.

„Der Bedarf an einer solchen Station ist unbedingt verhanden“, sagt Chefarzt Dr. Christian Berg. Eine älter werdende Gesellschaft stelle das Gesundheitssystem vor neue, komplexe Aufgaben. „Wir behandeln als somatische Klinik natürlich vorrangig die körperliche Erkrankung, dennoch sind Patienten höheren Alters häufig auch demenziell kognitiv verändert – auch wenn die Formen und Ausprägungen des Vergessens sehr unterschiedlich sind.“ Dennoch verunsichere ein Krankenhausaufenthalt diese Patienten deutlich mehr als jemanden, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist und versteht, was mit ihm passiert.

Die neue Station hebt sich sowohl in ihrer Gestaltung als auch durch ein umfangreiches Betreuungskonzept von anderen Stationen des Krankenhauses ab. „Die Farbwahl, also die Gestaltung mit Orangetönen ist bewusst gewählt. Orange ist eine Farbe der Lebensfreude und hat eine aktivierende Wirkung bei depressiv verstimmten oder antriebslosen Menschen. Gleichzeitig wirkt diese Farbe stresslindernd, schafft aber durch den Wiedererkennungswert auch eine wichtige Orientierung für die Patienten im Krankenhausalltag“, erklärt Neurologe Dr. Harald Brauer, der die Patienten neurologisch und psychiatrisch betreut.

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Das therapeutische Betreuungsspektrum auf der Station ist auf die Zielgruppe zugeschnitten. Seniorenalltagsbegleiter besuchen die Patienten, um mit ihnen zu singen, ihnen vorzulesen, ein Gesellschaftsspiel zu spielen oder auch einfach nur, um eine Tasse Kaffee in Gesellschaft zu ermöglichen. Hinzu kommt die regelmäßige Bewegungstherapie durch Physiotherapeuten und mit Hilfe eine Moto-Ergometers, die Schlucktherapie mit Logopäden und die Ergotherapie zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten.

Die regionale Alzheimergesellschaft ist zudem vor Ort, um Patienten und Angehörige zu beraten, damit auch nach dem Krankenhausaufenthalt eine bedarfsgerechte Versorgung möglich wird.

Zusätzlich finden neurologisch-psychiatrische Gespräche mit den Patienten und auf Wunsch auch mit Angehörigen statt.

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