Mettmann: Startschuss für Radsportler

Mettmann: Startschuss für Radsportler

Die Mitglieder des RV Edelweiß starten zu ihrer ersten Tour in diesem Jahr. Sie gratulieren Franz Kondr, der seit 30 Jahren sein Fahrradgeschäft in Mettmann betreibt. Der ehemalige Radprofi stammt aus der Tschechoslowakei.

"Und dräut der Winter noch so sehr […] es muss doch Frühling werden." Unter diesem poetischen Motto nach Emanuel Geibel startete der Radsportverein Edelweiß am Wochenende in die Saison. Die erste Radwandertour des Jahres führte zahlreiche Mitglieder nach Gut Diepensiepen in Ratingen. Geplant sind für 2010 zudem wieder der Sparkassen-Cup, eine Radtouristik-Veranstaltung rund ums Neandertal und ein vereinsinterner Ausflug nach Meppen.

Vorsitzender Manfred Brunzel freut sich über viele junge Mitglieder, auf deren Förderung man besonderen Wert lege. "Man muss bedenken, dass der Radsport ein sehr zeitraubendes Hobby ist."

Startpunkt für die Tour nach Ratingen war der Radshop Kondr in der Neanderstraße. Dessen Inhaber Franz Kondr feierte das 30-jährige Bestehen seines Geschäfts. Brunzel bezeichnete ihn als einen "Mäzen und Gönner unseres Vereins". 1974 kam der in der damaligen Tschechoslowakei geborene Kondr zum ersten Mal nach Deutschland. Als aktiver Radsportler nahm der dreimalige tschechische Meister als Mitglied der Nationalmannschaft an internationalen Rennen teil. Freundschaften mit deutschen Sportlern entstanden. Seiner Vorliebe für Deutschland tat er genüge, indem er nach Mannheim zog. Durch Sprachkurse lernte er Deutsch und fand sich immer besser im deutschen Alltagsleben zurecht.

Beruflich verschlug es Franz Kondr, Jahrgang 1950, schließlich nach Mettmann. Nach erfolgreichem Abschluss der Meisterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf machte er sich am 1. März 1980 schließlich selbstständig und eröffnete seinen Radshop. "Bis heute läuft es prima. Aber die ewigen Dopingskandale haben dem Radsport deutlich geschadet", stellte Kondr berufsbedingt fest.

Dem RV Edelweiß trat er erst vor wenigen Jahren bei – zum zweiten Mal, nachdem er aufgrund vereinsinterner Querelen in den Achtzigern austrat. "Heute ist der RV eine große Familie, in der man sich einfach nur wohlfühlt." Im Geschäft neben der Katholischen Grundschule hat er sein abgestammtes Domizil. Auch heute noch schwingt er sich so oft wie möglich aufs Rad. Im näheren Umkreis entdeckt er immer wieder neue Routen. Am liebsten jedoch zieht es ihn mit seinem Mountainbike in die Berge, "weit weg vom Autoverkehr."

Mitglieder des RV Edelweiß sind ihm seit der Geschäftseröffnung vor 30 Jahren besonders treu. Als ehemaliger Rennprofi verfügt Kondr über ein ausgeprägtes Fachwissen und den ein oder anderen Insider-Tipp. Und die gibt er an die "Edelweißen" besonders gern weiter.

(RP)