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Mettmann: Starorganist begeistert die Zuhörer

Mettmann : Starorganist begeistert die Zuhörer

Bereits vor vier Jahren war der Organist Michal Markuszewski aus Warschau schon einmal zu Gast in Mettmann und begeisterte nun abermals mit seinem virtuosen Spiel. Sein Programm schlug einen Bogen von Bach bis hin zu Olivier Messiaen.

Mit dem Präludium und Fuge von J. S. Bach begann der polnische Organist sein fulminantes Spiel. Erhabene Klänge verdichten sich spannungsreich, markante Registerwechsel zieren die Fuge, die in einem gewaltigen Orgelpunkt endet.

Die moderne polnische Orgelmusik ist ein Schwerpunkt im Interesse von Michal Markuszewski. Hier in St. Lambertus faszinierte er mit einer Konzertfantasie von August Freyer, einem polnischen Romantiker. Ein rasanter Beginn mit vollem Werk ging über in ein heiteres, liedhaftes Thema mit schmückenden Ornamenten, um abermals von bombastischen Akkorden im Pedal zu prächtigen Koloraturen zu wechseln. Ein tolles Spiel.

Die Komposition "Lied" von Louis Vierne (1870-1937) könnte als Lehrstück benannt werden, um den Übergang von der Romantik zum Impressionismus zu verdeutlichen. Wie in der Malerei lösen sich die äußeren Formen auf, hier wandert ein eher schlichtes Thema durch die Register, auch hier wird mit Farben gespielt.

Felix- Alexandre Guilmant, Lehrer von Louis Vierne, verarbeitete in seiner Komposition "Marche religieuse" ein Thema aus dem Messias von G. F. Händel. Ganz tiefe Register stellen das Thema vor, dann, als reizvoller Gegensatz erklingen spielerische Elemente, um mit vollen Akkorden im Pedal ungemeine Spannung zu erzeugen. "Le banquet céleste" ist die erste Orgelkomposition von Olivier Messiaen. Spürbar verinnerlichte Töne schienen aus dem Nichts zu kommen, führten auch ins Nichts. Verhaltene Klänge werden mit Tupfern angereichert, die an Dichte zunehmen um dann immer mehr im "wo auch immer" zu verblassen. Ein faszinierendes Werk des großen französischen Organisten und Komponisten.

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Wer kann seinen Namen schon in Noten ausdrücken, singen oder spielen? Da gibt es nicht so viele. Johann Sebastian Bach konnte es und hat aus den Tönen b, a, c, h, eine grandiose Fuge komponiert. Franz Liszt hat sich dieses Thema ausgeliehen und es in spätromantische Harmonien gesetzt. Das Thema taucht zig-fach auf, mal original, mal umgekehrt, mal getragen und hoheitlich, mal spielerisch verzaubert. Die Tempi variieren, irre Koloraturen zeigen den Meister an der Orgel. B-A-C-H, - ein Thema mit grandioser, weil so schlichter Dramaturgie.

Für den begeisterten Beifall bedankte sich Michal Markuszewski mit einer - mal eben ausgedachten - Improvisation (sein 2. Schwerpunkt).

Sie berührte wie ein Liebeslied. Überirdische, ja himmlische Klänge ließen die Zuhörer nur noch die Augen schließen und genießen.

(eise)