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Erkrath: Stapelweise Pipeline-Pläne

Erkrath : Stapelweise Pipeline-Pläne

Die Unterlagen für das Planänderungsverfahren sind mit 2000 Seiten und im Fachjargon verfasst für Laien nicht zu verstehen, kritisiert die IG Erkrath. Bis zum 5. Oktober können alle Bürger Einspruch gegen das CO-Projekt erheben.

Die geplante CO-Pipeline lässt erneut die Gemüter der Gegner hochkochen. Der Grund: Das 2000 Seiten starke Schriftwerk zum Planänderungsverfahren stiftet nur Verwirrung, sagt Wolfgang Cüppers, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Erkrath. Jetzt liegen zwölf dicke Ordner in den von den Pipeline-Planungen betroffenen Städten aus. Die Unterlagen können aber eigentlich nur Fachleute verstehen, sagt Cüppers. Ein Laie sei völlig überfordert, erklärt der Pipeline-Gegner.

Derzeit arbeit sich die IG Erkrath gemeinsam mit Anwälten durch die Papierflut, um den Bürgern diese bald erklären zu können. "Wir planen gemeinsam mit der Stadt Erkrath einen Informationsabend und bereiten Karten vor, wo welche Veränderungen stattfinden sollen", sagt Cüppers. Die Informationsveranstaltung ist für Mittwoch, 12. September, 19 Uhr, im Bürgerhaus Hochdahl geplant.

Rat zu Einzelklagen

Auch im Amt für Stadtplanung und Vermessung sollen Betroffene Unterstützung bekommen. Bisher sei ein Ansturm ausgeblieben, "da die Unterlagen auch im Internet einzusehen sind", sagt Amtsleiter Alexander Weis. Nur ein Bürger habe die Ordner bisher im städtischen Amt für Planung und Statistik eingesehen.

Die interessanten Passagen hat die Stadt gekennzeichnet: Bayer habe falsche Geo-Grid-Matten verarbeitet, die das CO-Rohr von oben schützen sollen. Es seien statt 80 nur 60 Zentimeter dicke Leitungen aufgeführt, die zudem um eine Kurve führen. "Es tauchen auch zu viele Schweißnähte auf, die immer die Gefahr eines Rohrbruchs nach sich ziehen", warnt Wolfgang Cüppers von der IG.

Wer vom Planänderungsverfahren betroffen sei, solle sich bei der IG Erkrath melden. "Zwar bereiten wir Sammeleinwendungen vor, aber wir raten zu Einzelverfahren", sagt er.

Der Hintergrund: Bei individuell formulierten Schreiben habe die Bezirksregierung mehr zu prüfen. Ob die Einsprüche klagerelevant sind oder nicht: Jeder Bürger kann sein Schreiben noch bis zum 5. Oktober einreichen.

(esc)