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Städtepartnerschaft Mettmann-Gorazde wird im März besiegelt

Gelebte Freundschaft : Gorazde wird Mettmanns zweite Partnerstadt

Im März trifft Bürgermeister Thomas Dinkelmann seinen Amtskollegen Muhamed Ramovic zur Vertragsunterzeichnung.

2019 wurde entschieden, nun ist es soweit: Im März werden Mettmann und Gorazde offizielle Partnerstädte. Damit wird aus einer Freundschaft eine Partnerschaft: Mettmanns langjähriger Kontakt zur Stadt Gorazde im Osten von Bosnien und Herzegowina wird durch eine offizielle Städtepartnerschaft auf eine neue Ebene gebracht.

Am 13. März wird Gorazdes Bürgermeister Muhamed Ramovic in Mettmann erwartet, am 14. März wird er dann mit seinem Amtskollegen Thomas Dinkelmann während einer Feierstunde den Vertrag unterzeichnen. Damit wird Gorazde neben dem französischen Laval zu Mettmanns zweiter Partnerstadt.

„Durch den Vertrag bekommt die Freundschaft einen offizielleren Charakter“, sagt Ulrich Hogenschurz, der als Vorsitzender des Freundschaftsvereins Mettmann-Gorazde viele Beziehungen nach Bosnien pflegt. Die Mitglieder des Stadtrats hatten sich in einer Sitzung im vergangenen März einstimmig für die Partnerschaft ausgesprochen. Im August fiel dann auch im Bürgerrat in Gorazde eine positive Entscheidung.

Die gemeinsame Geschichte von Mettmann und Gorazde reicht schon über 50 Jahre zurück. In den 60er und 70er Jahren warb Georg Fischer viele Arbeitskräfte aus Gorazde und dem etwas nördlicher gelegenen Tuzla an. „Später gründete sich dann der Jugoslawische Club, mit dem wir die erste Fahrt nach Gorazde organisiert haben“, erinnert sich Hogenschurz, der selbst im Jahr 1986 nach Mettmann zog und bei dieser Reise mit dabei war.

1988 wurde dann der Freundschaftsverein gegründet. Im selben Jahr schlossen Mettmann und Gorazde auch einen ersten Freundschaftsvertrag miteinander, seitdem hat es immer wieder gegenseitige Besuche und Jugendfahrten gegeben. Das Jugendamt der Stadt Mettmann hat außerdem vor über 20 Jahren die Patenschaft für den Kindergarten „Sunce“ (Sonne) in Gorazde übernommen. Die Erzieherinnen der Kindergärten in Mettmann und in Gorazde haben sich besucht und stehen bis heute miteinander im Austausch.

Überschattet wurde die Freundschaft der beiden Städte vom Krieg in Bosnien. „Als der Krieg begann, wurde Gorazde fast von Anfang an belagert“, erzählt Hogenschurz. Der Freundschaftsverein koordinierte in dieser Zeit Spenden und Hilfskonvois in Richtung Balkan. „Leider ist die Nachkriegszeit auch 25 Jahre nach dem Krieg noch nicht überwunden“, sagt der Vorsitzende.

Die politische und wirtschaftliche Lage sei weiterhin schwierig, die Löhne und Arbeitsbedingungen brächten viele junge Menschen dazu, die Stadt zu verlassen. In den vergangenen Jahren haben Mitglieder des Freundschaftsvereins einigen Jugendlichen dabei geholfen, einen Studienplatz in Deutschland zu finden. Der Verein unterstützt aber auch ein Patenkindprojekt vor Ort und hat mit Georg Fischer zwei Trinkwasserprojekte umgesetzt. „Einmal ging es um die Wasserversorgung für eine Schule, ein anderes Mal um Wasser für die Landwirtschaft“, berichtet Hogenschurz.

„Wir versuchen natürlich zu helfen, wo es geht, denn Gorazde selbst hat leider kaum Geld zur Verfügung“, sagt der Vorsitzende. So wurden kürzlich 26 ausgemusterte Rettungsdienstjacken und 64 Rettungsdiensthosen an die Feuerwehr von Gorazde übergeben. Dennoch, betont er, sei es dem Freundschaftsverein wichtig, die Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Begegnung stünde im Vordergrund. „Gerade im Sportbereich würden wir in Zukunft gern mehr Austäusche ermöglichen, um auch Jugendliche für die Städtefreundschaft zu begeistern.“