Mettmann: Städte rüsten sich für weitere Flüchtlinge

Mettmann : Städte rüsten sich für weitere Flüchtlinge

Die Zahl der Asylbewerber ist im vergangenen Jahr bundesweit gestiegen. Diese Entwicklung macht sich auch im Kreis Mettmann bemerkbar, die Unterkünfte werden langsam knapp. In den Städten wird bereits nach Lösungen gesucht.

In den Asylunterkünften wird es enger: Im vergangenen Jahr haben die Städte Mettmann, Erkrath und Wülfrath deutlich mehr Flüchtlinge zugewiesen bekommen, als noch in den Vorjahren. Für die Städte bedeutet das: Neue Unterkünfte müssen her. In Mettmann wurde für den Fall der Fälle bereits ein im Jahr 2010 geräumtes Heim an der Kleberstraße 9 instand gesetzt. Das Haus ist mittlerweile bezugsfertig — Möbel und Küchen wurden bereits geordert. In Erkrath sieht der Plan vor, einen Teil der Räume der ehemaligen Hauptschule Freiheitstraße für die Asylbewerber herzurichten. Die Entwicklung im Kreis ist symptomatisch und folgt dem bundesweiten Trend.

2013 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 127 023 Asylanträge gestellt, 49 372 mehr als im Vorjahr. Dies bedeutet eine Steigerung um rund 64 Prozent. Lediglich 13,5 Prozent (10 915 Personen) bekamen im vergangenen Jahr einen Flüchtlingsstatus zugesprochen. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Syrien, Somalia, Eritrea, Serbien und Mazedonien. Im Kreis Mettmann durchlaufen derzeit 413 Personen ein Asyl-Erstverfahren. Deutlich höher liegt der Anteil der Personen, die Asylfolgeanträge gestellt haben und sich im Status der "Duldung" befinden. Diese Zahl hat sich in den vergangenen fünf Jahren von etwa 600 auf etwa 1100 nahezu verdoppelt. Diese Personen leben auch weiterhin in den städtischen Asylunterkünften.

Zahl der Asylsuchenden auf 129 gestiegen

Auch in Mettmann ist die Zahl der Asylbewerber kontinuierlich gestiegen. Nach Angaben des Fachbereichs Bildung, Jugend und Soziales ist die Zahl der Asylsuchenden seit Januar 2013 von 93 auf 129 (Januar 2014) gestiegen. In Erkrath kletterte die Zahl von 143 Antragsstellern (Januar 2013) auf 167 (Januar 2014). Und in Wülfrath ist die Zahl der Asylbewerber seit Januar 2013 um 15 Personen gestiegen. Waren es im Januar 2013 noch 50 Zuweisungen, waren es diesen Januar 65.

Die bestehenden Unterkünfte in Mettmann haben inzwischen ihre Maximalkapazität erreicht. Derzeit sind an der Danziger Straße 82 Personen und an der Talstraße 42 Personen untergebracht. Eine fünfköpfige Familie wurde zudem in angemietetem Wohnraum untergebracht. Dass die vorhandenen Unterkünfte nicht ausreichen würden, sei bereits Ende 2012 absehbar gewesen, bestätigt Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür. Daher habe die Stadt frühzeitig beschlossen, das Heim an der Kleberstraße herzurichten. "Es stehen 34 Plätze zur Verfügung. Je nach Belegung kann diese Zahl sogar noch erhöht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die obere Etage ebenfalls herzurichten", ergänzt Astrid Hinterthür. Insofern sei die Stadt Mettmann zum jetzigen Zeitpunkt gut gerüstet, um weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

In Erkrath sind die Unterkünfte an der Gruitener Straße, Hochdahler Straße, Thekhaus, Falkenberger Weg und Am Maiblümchen fast voll belegt. Familien mit Kindern und Alleinerziehende werden in separaten Wohnungen untergebracht. Ulrich Schwab-Bachmann, Amtsleiter für Schule, Kultur und Sport, schlägt Alarm: "Sollte sich die Zuweisung von Flüchtlingen weiter so fortsetzen, sind die Kapazitätsgrenzen der Unterkünfte bald erreicht." Die Stadt habe daher bereits vorbereitende bauliche Maßnahmen an der Hauptschule Freiheitstraße eingeleitet.

Nach Angaben der Stadt bestehe in Wülfrath derzeit noch kein Unterbringungsproblem, da die Einrichtungen in der Kalkstadt noch nicht ausgelastet sind. Vor allen Dingen die Unterbringung alleinstehender Männer sei bislang kein Problem. Schwieriger gestaltet sich hingegen die Unterbringung von Familien. Man gehe jedoch davon aus, dass Wülfrath auch zukünftig noch gut aufgestellt sei, wenngleich es in Einzelfällen zu Umverteilungen kommen könne, um die vorhandenen Räumlichkeiten bestmöglich nutzen zu können.

(RP)
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