Postskriptum: Städte brauchen mehr Geld

Postskriptum: Städte brauchen mehr Geld

Es dürfte noch viele Jahre so weitergehen: Die meisten Branchen melden eine hohe Auslastung, Handwerker vergeben Termine weit in der Zukunft, IHK-Umfragen zur Wirtschaftsentwicklung im Kreis Mettmann finden kaum noch Adjektive zur seriösen Beschreibung der Super-Wirtschaftslage. Und auch der Arbeitsmarkt ist leer gefegt. Unternehmen reißen sich um Facharbeiter und Auszubildende.

Seit Jahren geht es bergauf. Leider hatten die meisten kreisangehörigen Städte selbst in fetten Jahren keine Chance, ihre Finanzen grundlegend in Ordnung zu bringen. Zwar konnte Mettmann gerade nonchalant 1,7 Millionen Euro einstecken, die aus Mehreinnahmen der Gewerbesteuer 2015 stammen. Bislang stand ein Minus vor dem Jahresergebnis, nun kann die neue Kämmerin die Rücklage füllen. Doch das wird nicht reichen, denn im Hintergrund sind in Mettmann 140 Millionen Euro Schulden aufgelaufen. Erkrath und Wülfrath bringen schon jetzt, in guten Zeiten, keine Deckung von Einnahmen und Ausgaben zustande.

Nun steigen die Zinsen wieder. Das verengt die Spielräume der Stadtkämmerer, die die städtischen Schulden durch neue Kredite bedienen müssen. Höhere Zinsen dämpfen aber auch die Konsumlust der Verbraucher und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Was sich in sinkenden Steuereinnahmen der Städte niederschlagen wird.

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Die Zukunft hält also eher mehr als weniger Herausforderungen bereit. Zugleich haben sich Politik und Verwaltung bereits nach Kräften um Einsparungen bemüht. Bund und Länder müssen die Kommunen entlasten, damit die Schuldenspirale gestoppt werden kann. dne

(RP)