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Städte bewässern schon jetzt die Bäume

Große Trockenheit in Mettmann, Erkrath und Wülfrath : Städte bewässern schon jetzt die Bäume

Die Straßenbäume leiden unter der Trockenheit, die Städte schaffen weitere Wassersäcke an. Problem: Werden Hitze resistente Bäume und Stauden aus dem Süden gepflanzt, können heimische Bienen damit nichts anfangen.

Bereits seit April klagen Landwirte über anhaltende Trockenheit – das tut auch den Straßenbäumen nicht gut. Vielerorts lassen sie bereits wieder Blätter fallen. Die Baumscheiben sind staubtrocken, das Erdreich ist hart. „Ich verstehe nicht, dass die Stadt nichts tut“, sagt eine Passantin, die in Höhe der Mettmanner Stadthalle entlang geht: „Es wäre jammerschade, wenn die Bäume hier eingehen würden.“

Doch das stimmt nicht: Wegen der lang anhaltenden Trockenheit hat die Verwaltung zwei externe Firmen damit beauftragt, alle neuen Grünanlagen und Neuanpflanzungen zu wässern, teilt der Sprecher der Stadtverwaltung, Thomas Lekies, mit. Der Baubetriebshof habe zwei Fahrzeuge im Dauereinsatz. „In der Vergangenheit war der Baubetriebshof damit auch schon an den Wochenenden unterwegs, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen“, versichert Lekies.

In Mettmann gibt es rund 15.500 Bäume, davon 2500 an Straßen, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion. Meistens sind es Hainbuchen, Ahorn, Eichen, Buchen und Platanen. Besonders die Jungbäume leiden in den ersten fünf Jahren unter der Hitze, die älteren sind nicht so empfindlich. Bereits 2019 hatte Mettmann Wassersäcke an Bäumen aufgestellt, um sie mit dem Reservoir zu versorgen, insgesamt verfügte sie bislang über 200. „Wir haben jetzt weitere 100 Wassersäcke bestellt, die in den nächsten Tagen an städtischen Bäumen angebracht werden“, erklärt Thomas Gebhardt, bei der Stadt für die Grünflächenunterhaltung zuständig.„Wir würden uns freuen, wenn die Bürger dem ein oder anderen Straßenbaum vor ihrer Haustür ab und zu ein wenig Wasser geben würden.“

In Erkrath haben sich auf einen Aufruf der Stadt hin bisher zehn Bürger aus allen drei Stadtteilen für eine Gießpatenschaft angemeldet. Darüber hinaus hätten mehrere Bürger zugesagt, auch ohne den Einsatz eines von der Stadt gesponserten Bewässerungssacks regelmäßig einen oder sogar mehrere Bäume vor ihrer Haustür zu gießen. Im Erkrather Stadtgebiet gibt es derzeit zirka 100 Jungbäume (Neupflanzungen), die eine unterstützende Bewässerung in der Entwicklungsphase benötigen. „Mit dem Richtwert Stammumfang bis 60 Zentimeter haben wir diesen Kreis bewusst größer gefasst, um unter den derzeitigen Bedingungen ebenso Bäume jüngeren Alters bei der Selbstversorgung zu unterstützen. Davon gibt es in Erkrath insgesamt rund 1500“, informiert Stadtsprecher Thomas Laxa.

Der Einsatz von Bewässerungssäcken habe sich bewährt. Erkraths Baumkataster enthält insgesamt rund 10.000 Einzelbäume. Regelmäßige Baumkontrollen zeigten, dass die geringe Niederschlagsmenge besonders Birke, Fichte und Kiefer vor große Herausforderungen stellt. Daher überlegen die Städte bereits, bei Neupflanzungen auf hitzeresistentere Bäume und Stauden zurück zu greifen. Problem: Weil diese aus dem süd- oder südosteuropäischen Raum können, können die hiesigen Insekten damit nicht viel anfangen, gibt die Stadt Mettmann zu bedenken.

In Wülfrath ist der Baubetriebshof (BBH) bereits seit einiger Zeit unterwegs, um die Bäume zu gießen, berichtet Stadtsprecherin Sabine Drasnin. Gegossen werden vor allem die Jungbäume und die beim Dreck-Weg-Tag angepflanzten Blumenbeete. Dieses Jahr kommen auch Gießsäcke zum Einsatz. Sollten die Kapazitäten nicht ausreichen, werde die Feuerwehr gebeten, mit zu gießen.

(arue/hup/von)