Mettmann/Erkrath/Wülfrath: Städte bauen weitere Kitas

Mettmann/Erkrath/Wülfrath : Städte bauen weitere Kitas

Der Anspruch auf Kita-Plätze ist gesetzlich verankert. Doch keine Stadt vermag ihn zu erfüllen.

Jedes Kind hat in NRW ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz - also in der Regel in einer Kindertagesstätte oder einer Tagesbetreuung. Außerdem hat jedes Kind ab dem vollendeten dritten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung. So weit die Theorie. Doch die Städte hinken diesem Anspruch hinterher. Das zeigt eine aktuelle RP-Umfrage bei den Stadtverwaltungen in Mettmann, Erkrath und Wülfrath.

Beispiel Mettmann In Kindertageseinrichtungen stehen zurzeit 1374 Plätze zur Verfügung. Davon 292 für unter Dreijährige (U3) und 1082 für über Dreijährige (Ü3). In der Kindertagespflege gibt es darüber hinaus 200 Plätze bei 55 Tagespflegepersonen. Dennoch fehlten "in den vergangenen Jahren immer rund 100 Plätze", sagt der Sprecher der Stadt Mettmann, Thomas Lekies.

Beispiel Erkrath Es stehen laut Sprecherin Maria Steinmetz 1413 Plätze in Kitas zur Verfügung. Außerdem gibt es 301 Kindertagespflegeplätze in 16 Großtagespflegen und bei 40 Tagespflegern. Trotzdem blieben im laufenden Jahr 196 Kinder unversorgt.

Beispiel Wülfrath Es stehen 121 Plätze für unter Dreijährige und 553 Plätze für über Dreijährige zur Verfügung. Außerdem gibt es 44 Plätze für unter Dreijährige und fünf Plätze für über Dreijährige, verteilt auf zwölf Kindertagespflegepersonen. Auch hier blieben im laufenden Kindergartenjahr Mädchen und Jungen unversorgt. Eltern haben ihren Rechtsanspruch angemeldet. "Zwei Drittel aller Ansprüche sind bereits abgeschlossen. Für ein Drittel werden noch Lösungen gesucht. Das Verfahren läuft", sagt Franca Calvano von der Stadt Wülfrath.

Die Städte reagieren, erweitern oder errichten weitere Kitas. So ist zum Beispiel in Wülfrath eine fünfgruppige Einrichtung mit 100 Plätzen im Bau, und auch in Mettmann wird eine fünfgruppige Kita gebaut, die Ende des Jahres bezogen werden soll. Das ist dringend nötig: "Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass auch in den kommenden Jahren der Bedarf an Betreuungsplätzen steigen wird. Wir rechnen jährlich mit rund 370 Kindern pro Jahrgang, die einen Betreuungsplatz brauchen", führt Lekies für die Stadt Mettmann aus.

Doch was bleibt für den Übergang? Für diese Zeit behelfen sich die Städte mit "Überbelegungen, provisorischen Gruppen und der Erweiterung der Kindertagespflegestellen", erläutert Calvano. Für die Beteiligten ist das nicht zufriedenstellend: Überbelegungen sorgen dafür, dass Erzieher kaum noch pädagogisch wertvolle Arbeit leisten können. Und eine Erweiterung der Kindertagespflegestellen hilft Eltern, die eigentlich die Betreuung in Kindertagesstätten bevorzugen, nur wenig. Sie stehen vor dem Dilemma: Pflegestelle für den Übergang - und dann dem Kind noch einmal den Wechsel in eine Kita zumuten?

(arue)