Stadthalle – SPD rollt Entscheidung neu auf

Mettmann steht vor einem wichtigem Entschluss : Stadthalle – SPD rollt Entscheidung neu auf

Die Sozialdemokraten nehmen jetzt den Mitgliederentscheid von 2017 zurück, der sich für einen Erhalt aussprach.

Die SPD wird zum Thema „Stadthalle“ eine erneute Mitgliederbefragung durchführen. Das beschlossen die Sozialdemokraten per Abstimmung am Mittwochabend. Die Mitglieder der Ratsfraktion, Florian Peters, Heribert Klein und Matthias Stascheit, hatten für diesen Schritt geworben, weil „ich glaube, dass die Frage der Sanierung durchaus nochmal neu zu diskutieren ist“, sagte SPD-Fraktionschef Florian Peters.

Die SPD-Fraktion sieht sich in ihrem Abstimmungsverhalten zum Thema Stadthalle bislang an einen Mitgliederentscheid des Jahres 2017 gebunden, dem zufolge das Gebäude zu erhalten und zu sanieren sei. Damals sei man jedoch von Sanierungskosten in einer Höhe von vier Millionen Euro ausgegangen.

Doch in einer Vorlage für den Rat, der über das Thema am 10. Dezember als 26. von fast 50 Tagesordnungspunkten und -unterpunkten diskutiert, ist mittlerweile von einem „Finanzaufwand“ mit 14 Millionen Euro die Rede. Der würde aber „keine funktionellen Verbesserungen“ erwirken, sondern lediglich den Status Quo erhalten, erläuterte Peters. Daher müsse die SPD-Ratsfraktion die Möglichkeit haben, sich auch gegen einen Erhalt des Veranstaltungszentrums auszusprechen.

Die Stadtverwaltung schlägt in ihrer Vorlage für den Rat den Abriss der Stadthalle vor. Es sei nicht möglich, „ein für Mettmann passendes Kulturangebot mit vertretbarem finanziellen Aufwand in der Stadthalle vorzuhalten“, heißt es. Außerdem könnten auch andere städtebauliche Zielsetzungen für das Gelände dem Erhalt der Stadthalle entgegen stehen. Doch wie sehen die aus? Peters kritisierte, dass die Stadtverwaltung die Zeit des Wartens auf den Ministerentscheid verstreichen ließ, ohne Vorschläge für eine weitere Nutzung des Areals erarbeitet zu haben. „Man hat über zwei Jahre nichts gemacht.“

Einem Abbruchantrag müsste indes erst wieder das beim Landschaftsverband angesiedelte Amt für Denkmalpflege zustimmen, das in der Stadthalle bekanntermaßen ein schützenswertes Gebäude sieht. Bleibt die Zustimmung aus, landet das Ansinnen der Stadt Mettmann erneut auf dem Schreibtisch des NRW-Bauministeriums. Angesichts der zwei Jahre währenden Entscheidung des Ministeriums zur Unterschutzstellung der Stadthalle ist womöglich auch hier mit einem langen bürokratischen Prozess zu rechnen.

Wie aber mit dem Gebäude während dieser Zeit verfahren? „Das Dach hat einen Totalschaden“, warf ein sachkundiges SPD-Mitglied ein. Eindringendes Wasser könnte die Halle schnell unbrauchbar machen – soll dies nun zugelassen werden? Oder muss die Stadt nun doch gutes Geld zur Reparatur des Daches in ein Gebäude stecken, das sie am Ende abreißen will?

Die SPD-Mitglieder diskutierten den Sachverhalt sehr kontrovers. Ex-Baudezernent Harro Rösing plädierte weiterhin für den Erhalt. Ex-SPD-Landtagsmitglied und Architekt Manfred Krick bezweifelte, dass trotz der Hintertüre, die das Ministerium der Stadt Mettmann offen ließ, ein Abriss so ohne weiteres möglich ist. „Wir müssen da eine ganz qualifizierte Sache haben“, sagte er mit Blick auf die Nachfolgeregelung für die Stadthalle.

Doch kann die Stadt überhaupt stichhaltig gegen den Fortbestand der Stadthalle argumentieren, wenn sie stattdessen an selber Stelle erneut ein Veranstaltungszentrum errichten will? Zuvor hatte Peters noch betont, dass man in der Diskussion „die Funktion vom Gebäude trennen muss. Wenn es die Stadthalle nicht mehr gibt, heißt das nicht, dass es in Mettmann keine Kultur mehr geben soll“, betonte er. „Es ist ein Irrglaube, dass man Kultur stärkt, indem man die Halle erhält, denn das Geld, das man in den Beton steckt, fehlt der Kultur“, sagte Frank Sicking und plädierte für den Abriss. Letztlich stimmten bei einer Enthaltung alle für die Durchführung eines neuen Entscheids.