Mettmann: Ehemalige „Kolbenkinder“ erzählen von ihrem ersten Kuss

Erinnerung : Ehemalige „Kolbenkinder“ erzählen von ihrem ersten Kuss

Die ehemaligen Kinder vom Kolben haben sich jetzt zum 21. Mal zu ihrer halbjährlichen Zusammenkunft in der Gaststätte Frankenheim getroffen. Vor nahezu zwölf Jahren hatten Hans Otto Becker, Christa Schwabe und Ottokar Iven die Idee, ein Treffen für die Mettmanner zu organisieren, die zwischen 1940 und 1960 im Umfeld der Düsseldorfer Straße gespielt haben.

Dass daraus mittlerweile 21 Treffen wurden, hat alle überrascht. „Wenn man bedenkt, dass die Teilnehmer jetzt zwischen 70 und 85 Jahre sind, ist das eine gute Leistung“, sagt Ottokar Iven. Man sollte meinen das der Gesprächsstoff ausgeschöpft ist. Aber weit gefehlt. „Es wird nicht nur die Vergangenheit glorifiziert, sondern man widmet sich auch aktuellen Kommunalpolitischen Themen. Und da gibt es ja in Mettmann viele“, so Iven. „Einige dachten aber auch darüber nach, welche Leistungen und Anstrengungen unsere Mütter – die Väter waren ja im Krieg, in der Gefangenschaft oder gefallen und vermisst – erbracht haben, um uns Kindern ein gesichertes und sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Luxus und Überfluss wie heute gab es nicht. Die Wohnverhältnisse waren beengt und manche Wohnungen hatten kein Bad. Da wurde dann samstags in der Waschküche umschichtig gebadet. Gespielt wurde meistens auf der Straße und in den Kleingärten, die hinter den Häusern waren. Wir Kinder plünderten heimlich so manchen Obstbaum, und wenn man erwischt wurde, dann gab es ein paar hinter die Löffel. All das hat uns nicht geschadet und groß sind wir trotzdem geworden.“

Das Treffen habe für die Teilnehmer einen hohen Stellenwert, berichtet Iven, „hier können wir uns austauschen, auch über die Einschränkungen des Alters sprechen und alte Freundschaften aufleben lassen. Auch wird manchmal geflüstert, wer mit wem den ersten Kuss ausgetauscht hat. Es ist spannend zu erfahren, wer in wen verliebt war. Auch das gehört dazu“, erzählt er augenzwinkernd. Mitglied Rolf Julius schreibe nun eine Dokumentation, über die Kolbenkinder. Das nächste Treffen findet im April 2020 statt.