Die Boutique Bella Moden besteht seit 25 Jahren

Jubiläum in der Mettmanner Innenstadt : Boutique „Bella Moden“ feiert 25. Geburtstag

Gabriela Schäfer über Mode, die DDR und Mettmann.

Ein Vierteljahrhundert in der Mettmanner Innenstadt – das ist eine ganz schöne Leistung, findet auch Gabriela Schäfer. Dabei hatte die Boutique-Besitzerin mit Mode früher gar nichts am Hut. Die gelernte Kosmetikerin ist dank ihres damaligen Ehemanns in die Branche eingestiegen: „Er hat großes Potenzial in mir gesehen und wollte, dass wir Klamotten verkaufen“, erzählt sie. Die Schwägerin ihrer Mutter, wohnhaft in Ostdeutschland, brachte sie auf eine Idee: „Sie war immer so von meiner Kleidung begeistert und erzählte mir, dass es so etwas Schönes im Osten nicht gibt“, sagt sie. Nach jahrelanger Planwirtschaft waren ihre dort lebenden Familienangehörigen auf Westpakete angewiesen, wenn sie schöne Kleidung haben wollten: „Die hatten nichts“, sagt Schäfer.

 Vier Monate nach dem Mauerfall entschied sie sich, regelmäßig in den Osten zu fahren. Mit ihrem Zwölf-Meter Stand verkaufte sie ausgewählte Textilien, jeden Tag auf einem anderen Markt, als einzige Frau unter Männern. Am meisten Geld brachten Jeanshosen ein. Die konnten sich in der DDR nur wenige leisten: Als Symbol für Rebellion - Denim stammte aus den USA – kostete ein Paar 300 Mark, was etwa der Hälfte des durchschnittlichen Monatslohns entsprach.

Das viele Umherfahren habe ihr zwar Spaß gemacht, sei ihr aber auf die Dauer zu anstrengend geworden. Sie kehrte nach Mettmann zurück und eröffnete am 18. Oktober 1994 ihre Boutique „Bella Moden“. Zunächst verkaufte sie nur große Größen. „Durch meine Schwangerschaft habe ich 30 Kilo zugenommen und kaum Klamotten gefunden, die mir gefallen. Ich wollte Frauen helfen, die das gleiche Problem haben“, erzählt sie. Einige Jahre später erweiterte sie nicht nur ihr Sortiment, sondern auch ihre Ladengröße: Auf doppelter Fläche verkauft sie nun zeitlose, aber ausgefallene Kleidung in großen und normalen Größen.

Dass sie in Mettmann so erfolgreich ist, liege vor allem an ihrer Verwurzelung in der Region. „Mein Großvater ist mit dem Leierkasten durch die Stadt gelaufen und war ein Mettmanner Original. Auch mein Vater wusste über Hinz und Kunz Bescheid. Mein Vorteil ist, dass ich die Mettmanner gut kenne“, erzählt die 56-jährige. Sie kann ihre Kundinnen nicht nur mit Namen ansprechen, sondern kennt auch ihren Geschmack. „Wenn ich einkaufen gehe, weiß ich schon, was Frau X gefällt und was Frau Y kaufen wird“, sagt sie.

Wie sich Mettmann in den letzten 25 Jahren verändert hat, konnte sie aus ihrem Schaufenster beobachten. „Früher gab es hier viele schöne Fachgeschäfte, kleine Lädchen mit ausgefallener Ware. Heute sieht jedes Schaufenster gleich aus. Wirklich schade, was aus Mettmann geworden ist.“ Auch die ständigen Bauarbeiten würden dafür sorgen. „Eine Zeit lang verlief eine Baustelle direkt vor meinem Laden. Da ist niemand mehr gekommen“, erzählt sie. Davon hat sie sich aber nicht unterkriegen lassen. Stattdessen organisiert sie mit anderen Mettmanner Ladenbesitzern regelmäßig Events, wie beispielsweise das Herbstfest oder Late-Night-Shopping: „Wir Einzelhändler müssen zusammenhalten“, sagt sie.