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Mettmann: Stadt wird zur Kunstmeile

Mettmann : Stadt wird zur Kunstmeile

60 Aussteller stellen ihre Objekte in der Innenstadt vor. Die Kreativität kennt keine Grenzen.Die Zahl der Hobbykünstler nimmt zu. Zusammen mit dem verkaufsoffenen Sonntag "brummte" es in der Stadt.

Die 7. Mettmanner Kunstmeile in der Innenstadt und auf dem Jubiläumsplatz bot knapp 60 Ausstellern Raum, die Ergebnisse ihrer Kreativität zu präsentieren. Vielschichtiger hätte das Angebot nicht sein können: Acryl- und Aquarellmalereien, Radierungen, Kunst aus Filz und Keramik, Töpferarbeiten oder Glasveredelungen fanden sich Seite an Seite, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war.

In Kundengespräch vertieft

Schon kurz nach der Eröffnung war Susi Gerber in Kundengespräche vertieft. Die Mettmanner Schmuckdesignerin führt seit sieben Jahren ein eigenes Atelier in Metzkausen, in dem sie für einen festen Kundenstamm Schmuckstücke auf Wunsch anfertigt oder ändert. "Bei mir gibt es nur Unikate", sagte Gerber, bevor sie die Trends dieses Sommers aufzeigte: "Farblich geht's Richtung rosa, pink, lila, mit üppigen, großen Perlen oder Kugeln." Für die meisten Interessierten sei wichtig, dass die Geschmeide zu verschiedenen Outfits passten.

Ein paar Schritte weiter, vor der Biber-Apotheke, hatten sich die Stadtbibliothek und die Druckerei Kolp mit einem Stand positioniert. Die Ausstellung "Von Gutenberg zum World Wide Web" zeigte die Entwicklungsstufen des Buches von der Zeit der Kopisten bis zum E-Book. "Wir hielten das für eine schöne Idee, Kunst und Kulturgeschichte miteinander zu verknüpfen", erzählte Bibliotheks-Leiterin Marita Dubke. Gespaltener Meinung war Edgar Klabunde, der Kinderspielzeug feilsch bot. "Das Geschäft ist hart geworden, im Grunde lohnt es sich nicht mehr. Ich mache es nur noch just for fun." Klettermaxe, Kreisel, Schellenbänder oder klassische Holzspielfiguren seien in Zeiten, in denen Kinder mit Computern aufwachsen, nur noch wenig gefragt. "Alles, was in dem Bereich über zehn Euro kostet, wird so gut wie gar nicht mehr gekauft", so der Wittener. Klabunde fertigt seit 30 Jahren selbst Spielzeug an. "Damals waren meine eigenen Kinder im entsprechenden Alter."

Auffallend an der Kunstmeile war die große Anzahl an Hobbykünstlern. Marion Buschmann nach nicht verwunderlich, denn: "Wir erwarten von den Ausstellern keine Zertifikate. Jeder, der begabt ist und niveauvolle Kunst präsentieren kann, darf mitmachen", so die Leiterin der städtischen Abteilung für Schule, Kultur und Sport. Selbstverständlich sei das nicht. "Andere Städte sind da wesentlich strenger." Die Mettmanner Variante sei mittlerweile zum Selbstläufer geworden. Um Aussteller müsse nicht mehr geworben werden. "Auf anderen Ausstellungen reden die Künstler miteinander und sprechen Empfehlungen aus." Wichtig sei der Stadt gewesen, dass die Kunstmeile diesmal nicht mit dem Trödelmarkt zusammen fiele. "Unsere Aussteller haben sich diesbezüglich eine klare Abgrenzung gewünscht."

(RP)