Wülfrath: Stadt wehrt sich gegen Kritik an der Radwege-Reinigung

Wülfrath: Stadt wehrt sich gegen Kritik an der Radwege-Reinigung

Die Kreis-CDU will mehr Verantwortung der Stadt Wülfrath sehen. Dort versteht man dies nicht.

Die Kritik ist deutlich und unverhüllt: Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Klaus-Dieter Völker, ist sehr verwundert darüber, dass die bei der Eröffnung verkündete Vereinbarung "Der Kreis baut, die Städte kümmern sich" offensichtlich von Wülfrath überhaupt nicht unterzeichnet wurde. "Uns ärgert, dass hier der Schwarze Peter zwischen Kreis und Stadt hin- und hergeschoben wird und damit schnell das gesamte, bisher stets gelobte Projekt in ein schlechtes Licht rückt", sagt Fraktionschef Völker. Der Streit um die Reinigung des Panoramaradwegs durch die Anliegerstädte geht also in die nächste Runde.

Auch die Verwaltung bekommt ihr Fett weg: "Die CDU-Kreistagsfraktion kritisiert, dass sich die Kreisverwaltung bislang nicht darum gekümmert hat, eine ordnungsgemäße Pflegevereinbarung auf den Weg zu bringen und somit der Stadt Wülfrath die Gelegenheit einräumt, sich der Verantwortung für den Panoramaradweg zu entziehen", heißt es in der Erklärung.

Die Christdemokraten sind der Auffassung, dass es in puncto Pflege eine für alle Anlieger des Radweges allgemein gültige Pflegevereinbarung mit festgeschriebenen Standards geben muss. "Es kann nicht sein, dass die Nutzer des Radweges am Zustand des Weges erkennen, welche Stadtgrenze sie gerade überfahren", meint Völker. In Wülfrath reibt man sich angesichts der deutlichen Kritik die Augen und wehrt sich. "Wir sind die kleinste Stadt mit dem längsten Teilstück auf dem Stadtgebiet", sagt der Erste Beigeordnete Rainer Ritsche. Das sei sehr viel Arbeit und beinhalte sehr hohe Kosten.

  • Kommentar : Ansprüche, die sich widersprechen

Dezernentin Gabriele Singh hat vor geraumer Zeit den Auftrag erhalten, die Reinigungsgespräche um Zuständigkeit, Intensität und Kosten zu führen. Wie man aus Politik und Verwaltung hört, ist kaum einer an einer Intensivierung der Gespräche mit zielführenden Inhalten so sehr interessiert. Der Grund dürfte klar sein: Letztlich binden diese Arbeiten Personal, zudem wird sich kaum einer der anderen Anliegerstädte freuen, für Wülfrath das Saubermachen mitzubesorgen.

Woanders hat man ohnehin bereits Fakten geschaffen. Auf Velberter Gebiet kümmern sich die Technischen Betriebe Velbert um die Pflege des Radweges. "Jede Woche kontrollieren zwei Mitarbeiter den Weg und leeren die Papierkörbe", sagte Günter Strathmann, Sachgebietsleiter für Grünflächen, vor kurzem. Dreimal im Jahr mähen die Velberter die Randstreifen. Jetzt im Herbst rücken die Mitarbeiter mit den Sägen an, schneiden die Bäume zurück oder entfernen sie. Hinzu kommt, dass die Kehrmaschine alle 14 Tage über den Radweg fährt.

Ähnlich sieht es bei der Stadt Heiligenhaus aus. Neun Kilometer des Radweges verlaufen über Heiligenhauser Gebiet. Auch hier sind die Technischen Betriebe zuständig. "Es ist ein nicht unerheblicher Aufwand", sagte Stephan Nau, zuständig für Marketing und Tourismus vor gut einem Monat. Doch der Radweg stehe ganz oben auf der Prioritätenliste und sei ein wichtiger Bestandteil des Marketings für Heiligenhaus.

(RP)
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