Mettmann: Stadt rechnet mit 750 000 Euro

Mettmann : Stadt rechnet mit 750 000 Euro

Die Stadt Mettmann möchte eigene Stadtwerke gründen und verhandelt mit Energieunternehmen. Der Bürger hätte den Vorteil, dass die Preisgestaltung bei den eigenen Stadtwerken liegt. Der Gewinn fließt in den Haushalt.

Kämmerer Reinhold Salweski geht davon aus, dass die Stadtwerke Mettmann Ende 2013 beziehungsweise Anfang 2014 an den Start gehen können. Doch bis dahin müssen noch manche Hürden übersprungen werden, wie er sagte.

.. Mettmanns Kämmerer Reinhold Salewski näher ins Gespräch? Foto: Dietrich Janicki

Im Frühjahr hatte die Stadt Mettmann sechs unverbindliche Angebote von Energieunternehmen, die als strategischer Partner mit den Stadtwerken Mettmann zusammenarbeiten wollen, auf dem Tisch liegen. In den Sommermonaten diskutierte und prüfte ein Mettmanner Gremium die Angebote und forderte die Energieunternehmen auf, bis zum 10. September verbindliche Angebote abzugeben.

Allerdings, so Salewski, gibt es einen so genannten Gremien-Vorbehalt. Das bedeutet: Die Versorgungs-Unternehmen müssen sich grünes Licht von ihren Aufsichtsräten beziehungsweise wie bei den Stadtwerken Düsseldorf vom Rat geben lassen. Die Aufsichtsgremien prüfen das verbindliche Angebot. Bis zum 31. Oktober müssen diese Gremienvorbehalte beschieden sein. Dann wird noch einmal ausgewertet und im Mettmanner Rat am 11. Dezember fällt letztendlich die Entscheidung, wer das Rennen macht.

Strategischer Partner

Das Besondere in Mettmann: Die Stadtwerke Mettmann wollen nicht allein arbeiten, sondern mit einem strategischen Partner. "Wir brauche Experten, denn wir haben noch nicht das Know-how selbstständig zu arbeiten, so wie etwa in Erkrath", sagt Salewski. Mettmann würde 50,1 Prozent der Anteile besitzen, der strategische Partner 49,9 Prozent. Für die Bürger der Stadt Mettmann würden eigene Stadtwerke verschiedene Vorteile bringen. Zunächst rechnet der Kämmerer mit einer jährlichen Gewinn-Einnahme von 750 000 Euro, die ins Stadtsäckel fließen.

Mittelfristig, so Salewski, würden Arbeitsplätze geschaffen, da die Betriebsführung übernommen werde. Die Stadtwerke Mettmann können eigenhändig die Strom- und Gastarife festsetzen. Und: Eine dezentrale Versorgung würde auch einen Ausbau von umweltfreundlichen Energieanlagen (Blockheizkraftwerk und Photovoltaik) bedeuten. Schließlich gib es steuerliche Vorteile für die Stadt, da Verluste aus den Bädern verrechnet werden könnten.

Ferner: Der Bürger würde es mit einem einzigen Partner in Sachen Strom und Gas zu tun haben. Das Bundeskartellamt kann der Stadt Mettmann noch Steine in den Weg legen. Denn das hatte Vorbehalte gegen den Plan, dass die Stadt Mettmann ausschließlich einen Konzessionsvertrag mit den Stadtwerken Mettmann abschließt. Damit sei ausgeschlossen, dass andere Unternehmen Zugriff auf das Leitungsnetz hätten. Doch Salweski geht nach den jüngsten Urteilen davon aus, dass dieser Stolperstein aus dem Weg zu räumen ist.

Gas- und Stromnetz wird teuer

Zweites Problem: Der Konzessionsvertrag mit dem RWE beziehungsweise der Rhenag läuft aus. Die Stadtwerke Mettmann müssten das Netz zurückkaufen. Und da stehen noch harte Verhandlungen in Sachen Kaufpreis ins Haus, sagt Salewski.

(RP)
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