1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Stadt Mettmann erlaubt Moschee öffentlichen Gebetsruf

Glaubensausübung in Mettmann : Stadt erlaubt Moschee öffentlichen Gebetsruf

Seit heute darf die Moschee der Ditib-Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Mettmann einen Gebetsruf per Lautsprecher erklingen lassen. Er soll die gleiche Funktion erfüllen wie das tägliche Glockenläuten der christlichen Kirchen.

„Allahu akbar“, Gott ist groß, so beginnt der Gebetsruf, den die DITIB-Türkisch-Islamische Gemeinde zu Mettmann seit Montag per Lautsprecher in die Öffentlichkeit überträgt. Die Gemeinde will damit nicht zum gemeinsamen Gebet in der Moschee aufrufen – das ist noch verboten – sondern  der Gebetsruf soll wie auch das tägliche Glockenläuten der evangelischen und katholischen Kirchen während der Coronakrise den Zusammenhalt der muslimischen Menschen in Mettmann fördern. Montag war dafür Premiere.

„Wir wollen zeigen, dass wir hier zusammen gehören“, sagt Bahri Erdogan, Vorsitzender der Gemeinde. Es sei für viele Gläubige jetzt besonders schwer, während des Fastenmonats, der am 24. April begonnen hat, nicht zum gemeinsamen Gebet in die Moschee gehen zu können und auch auf das große gemeinschaftliche Fastenbrechen zum Sonnenuntergang verzichten zu müssen. In diesem Sinne will er den Ruf als Zeichen der Solidarität verstanden wissen. Er freut sich, dass die Gemeinde den Gebetsruf via Mikrophon und Lautsprecher in die Öffentlichkeit tragen darf, auch wenn dort, wo die Moschee steht, nur ein Gewerbegebiet ist – und sich wegen der Corona-Krise ohnehin nicht viele Gläubige versammeln dürfen, um ihn zu hören. Macht nichts, Erdogan nimmt den Gebetsruf, den der Vorbeter (Imam) einspricht, auf Video auf und versendet ihn an alle Gemeindemitglieder. Das sind rund 350 bis 400. Damit wird auch erstmals die neue Moschee der Gemeinde zum Mittelpunkt des Geschehens, die sich nicht mehr an der Koenneckestraße befindet, sondern in der Straße „Auf dem Hüls“. Auf drei Etagen bietet das ehemalige Möbelhaus rund 3000 Quadratmeter Platz. Auch ein Minarett dürfte die Gemeinde errichten, „aber wir sind noch nicht so weit“, sagt Erdogan.

  • Pfingstweg in Ratingen Lintorf
Pastoralreferentin Jessica
    Pläne in Lintorf : Gemeinde plant die Pfingst-Feiertage
  • Auf der marokkanischen Moschee in Monheim
    Gemeinde sammelt Spenden : Rohbau der Moschee ist bald fertig
  • Gläubige stehen vor der Zentralmoschee der
    2000 Impfdosen : Corona-Impfaktion in Kölner Zentralmoschee am Wochenende

Der per Lautsprecher übertragene Gebetsruf soll beendet sein, sobald das wegen der Corona-Krise erlassene Versammlungsverbot wieder aufgehoben wird. Für Kirchen ist das ab Mai der Fall, dann dürfen alle Religionsgemeinschaften unter strengen Auflagen zu Abstand und Hygiene wieder zusammen kommen.

Der Genehmigung des täglichen Gebetsrufes war ein gemeinsamer Ortstermin mit Beteiligten der städtischen Ordnungsbehörde, einem Vertreter der unteren Immissionsschutzbehörde der Kreisverwaltung Mettmann sowie dem Vereinsvorsitzenden vorausgegangen. Bei einer Messung während eines Probegebetsrufs wurde durch den Vertreter der unteren Immissionsschutzbehörde der Kreisverwaltung Mettmann festgestellt, dass die Immissionsrichtwerte nicht überschritten werden.