Mettmann: Stadt fragt nach Kita-Wünschen

Mettmann : Stadt fragt nach Kita-Wünschen

Die Stadt Mettmann will die 50-Prozent-Marke bei der Unter-3-Betreuung schaffen und fragt Eltern. Die neue katholische Kindertagesstätte St. Lambertus mit 19 Kleinkinderplätzen ist ein Vorzeige-Objekt.

Welche Betreuung wünschen sich Eltern für ihre Kleinkinder? Wann soll diese beginnen und wie viele Stunden soll das Kind am Tag in einer Einrichtung aufgenommen werden? Die Stadt Mettmann führt derzeit eine Fragebogenaktion bei allen Eltern mit Kindern unter drei Jahren durch. Vor dem Hintergrund, dass ab August 2013 in NRW der Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab dem ersten Lebensjahr in Kraft tritt, möchte die Stadt genaue Infos über die Betreuungswünsche einholen, um planen zu können. "Das Elternverhalten ändert sich", sagt Klaudia Beck, Sachgebietsleiterin beim Jugendamt. Die Tendenz gehe in Richtung mehr Tagespflege, nicht nur bei den Kitas, sondern auch bei den Tagesmüttern, die Kinder stundenweise im Haushalt aufnehmen.

Kinder sangen für Architekt Gottfried Meerkamp, Bürgermeister Bernd Günther, Kreisdechant Markus Bosbach und Leiterin Ute Zbick-Hahnen (v.l.). Foto: Janicki

Schon vor Auswertung der Fragebogen-Aktion habe man da eindeutige Signale von den Mettmanner Eltern erhalten. So geht man bei der Stadt in Sachen Betreuungs- beziehungsweise Erfüllungsquote für Unter Dreijährige (U 3) nicht – wie landesweit – von 32 Prozent, sondern von immerhin 50 Prozent aus. "Bei uns sind sämtliche Kindertageseinrichtungen, ob städtisch, konfessionell oder privat, bereits U-3-tauglich", so Beck.

Eine Vorzeige-Einrichtung dürfte da die neue Kindertagesstätte St. Lambertus sein, für die gestern der Grundstein gelegt wurde. Dort können nach Inbetriebnahme ab August 2013 bis zu 19 Kindern unter drei Jahren aufgenommen werden. Der zweigeschossige Neubau wird barrierefrei sein, was auch die Aufnahme von Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen (Inklusion) ermöglicht. Hundert Kinder in vier Gruppen werden derzeit betreut, bei U-3 und Inklusion werden es um die 80 sein. Aber Architekt Gottfried Meerkamp denkt weiter: "Angesichts der demografischen Entwicklung wäre der Neubau auch für die Altenbetreuung nutzbar".

Ursprünglich hatte die Pfarrgemeinde St. Lambertus geplant, den bestehenden Kindergarten umzubauen. Weil die Kostendifferenz zwischen Um- und Neubau aber relativ gering ausfiel, dieser in seiner energetischen Bauweise aber weit wirtschaftlicher ist, entschloss man sich, hinter der Musikschule neu zu bauen. Der alte Kindergarten wird künftig eventuell vom benachbarten St. Elisabeth-Haus mit genutzt. Nach Fertigstellung der neuen Kita will das Seniorenheim übrigens mit der Bebauung des Geländes des ehemaligen Weißen Hauses beginnen. Und im Anschluss daran ist die Innensanierung der Senioreneinrichtung geplant.

(RP)
Mehr von RP ONLINE