Mettmann: Stadt feiert ihre Neubürger

Mettmann : Stadt feiert ihre Neubürger

Bereits zum dritten Mal hatte die Verwaltung zur Einbürgerungsfeier in das Stadtgeschichtshaus eingeladen. Bürgermeister Thomas Dinkelmann erinnerte daran, dass er und die zuständige Fachbereichsleiterin Ute Piegeler sich vor einiger Zeit darüber einig waren, dass einmal im Jahr die eingebürgerten Mettmanner Bewohner in einem feierlichen, offiziellen Rahmen begrüßt werden sollen, um den vollzogenen Schritt zur Einbürgerung als Zeichen der Integration entsprechend zu würdigen.

Im vergangenen Jahr waren es 56 Menschen, die den Schritt der Einbürgerung vollzogen. Bei der Einbürgerungsfeier wurden dann von Ute Piegeler und Thomas Dinkelmann die Einbürgerungsurkunden verliehen. Zuvor hatte der Bürgermeister bei seiner Begrüßungsrede darauf hingewiesen, dass gut 20 Prozent der Mettmanner Bürger einen Migrationshintergrund hätten. "Einbürgerung und Integration sind damit die wichtigsten kommunalen Herausforderungen überhaupt", betonte Dinkelmann. Er begrüßte auch ganz besonders die Vorsitzende des Mettmanner Integrationsrates, Luciana Materna. Er sagte, dass die Einbürgerung eigentlich nur ein formal-juristischer Akt der Integration sei. Es dürfe aber nicht deren emotionale Wirkung unterschätzt werden. "Viele Menschen haben im wahrsten Sinne des Wortes einen weiten Weg hinter sich gebracht, bevor sie Deutsche werden konnten."

Seit knapp drei Jahren wohnt Georgina Guillen-Mandujano in Mettmann. Sie ist gebürtige Mexikanerin und lernte ihren Ehemann in einer WG in Wuppertal kennen. "Da wir jeweils in Wuppertal und Düsseldorf arbeiten, war die Stadt Mettmann für uns als Wohnort, der genau in der Mitte liegt, naheliegend." Sie sagte, dass sie bereits im Gymnasium in Mexiko etwas Deutsch gelernt und später das Goethe-Institut besucht habe. "Es ist für die Integration meines Erachtens sehr wichtig, dass recht schnell die Sprache des Landes gelernt und auch beherrscht werden sollte, in dem man lebt." Die Projektleiterin hat sich für die doppelte Staatsangehörigkeit entschieden. Einen besonderen Grund Deutsche zu werden, hatte die Engländerin Ingrid Retz, die bereits seit vielen Jahren in Mettmann lebt. "Als sich Großbritannien für den Brexit entschied, war für mich klar, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen möchte. Als überzeugte Europäerin halte ich den Brexit für den falschen Weg."

(klm)
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