Erkrath: Sportheim Unterfeldhaus wird saniert

Erkrath : Sportheim Unterfeldhaus wird saniert

Der Energiebericht der Stadt zeigt, welche Gebäude am teuersten sind. Nicht alle werden energiesparend umgebaut.

Hunderte Seiten umfasst er, der Energiebericht der Stadt Erkrath. Denn nicht nur Privathaushalte bemühen sich, die Kosten für Heizen und Strom möglichst gering zu halten. Auch das Immobilienmanagement der Stadt mit Brigitte Wessel an der Spitze hat ein Auge auf die 90 städtischen Gebäude und ihren Verbrauch. Sorgenkind Nummer 1 ist die Grundschule Sandheide an der Brechtstraße, sagt Brigitte Wessel. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1967, ist flach und lang und hat viel Außenfläche. "Die Sanierung würde teuer und keine befriedigende Lösung bringen", sagt Wessel, "da wäre ein Neubau schon sinnvoller."

Energieschleudern sind in fast allen Städten immer die Übergangsheime für Asylbewerber. Auch in Erkrath verursacht der Altbau Am Thekhaus hohe Heizkosten, teilweise auch bedingt durch die Bewohner, die unsere Temperaturen nicht gewöhnt sind und sich kaum mit beheizten Räumen auskennen, sagt Wessel. Beide Heime — auch das an der Gruitener Straße — werden trotz hohen Verbrauchs energetisch nicht saniert, weil sich das einfach nicht rentiert. Allerdings wird an der Gruitener Straße die Feuchtigkeit in den unteren Räumen beseitigt, damit die Bewohner dort leben können. "Mitunter", sagt Wessel, "wären Sanierungen so aufwändig, dass sie sich erst in 60 bis 175 Jahren für die Stadt amortisieren würden."

Energetisch saniert wird in den kommenden Jahren mit hohem Aufwand das Sportheim am Niermannsweg 10, auch derzeit noch eine große Energieschleuder — besonders der Altbau-Teil von 1955. "Noch in diesem Jahr wird ein neuer Brennwertkessel eingebaut", sagt Versorgungsingenieur Gerd Hülsermann, der den Energiebericht maßgeblich mit Astrid Abel erstellt. "Der neue Kessel wird jährlich bis zu 15 Prozent Heizkosten-Ersparnis bringen", sagt Hülsermann. Die alte Anlage stammt aus dem Jahr 1987. Auch der Beginn der Dachsanierung steht noch in diesem Jahr an. 2016 sind dann die Duschen dran und 2017 Fenster und Fassaden. Obwohl sich auch dort die Investitionen erst in 25 bis 60 Jahren auszahlen, ist die Sanierung ein Muss, weil die Anlage sehr stark genutzt wird, sagt Wessel.

Nichts mehr steckt die Stadt in das Jugendcafé am Skaterpark. Denn mit einem Neubau soll in diesem Jahr zumindest schon einmal begonnen werden. Auch der ältere Kindergarten am Millrather Weg steht trotz hohen Verbrauchs nicht auf der Sanierungsliste der Stadt. "Das eingeschossige Gebäude funktioniert und ist warm, auch wenn Fenster und Fassade älter sind. Frieren muss niemand. Kostentreiber sind darüber hinaus öffentliche Gebäude, die mit Strom beheizt werden — wie der Kindergarten Fasanenstraße. "Da wird nach Lösungen gesucht", sagt Wessel. "Die Räume am Friedhof Kreuzstraße werden weiterhin mit Stromheizungen warmgehalten." Die Stadthalle der Stadt Erkrath, wie viele andere Hallen kleinerer Gemeinden aus den 1970er Jahren, ist gemessen an Neubauten und energetisch sanierten Altbauten ein Energie-Verschwender. Schon allein durch eine hohe Belegung — übrigens nicht nur für kulturelle Veranstaltungen — müssen Heizung und Licht oft brennen. Kleinere Sanierungen sind im Laufe der Jahre vorgenommen worden, aber die Dämmung des Foyers entspricht nicht den neuesten Vorgaben. Trotzdem sind dort vorläufig keine Umbauten in der Planung. Eine kleine Einsparung bringt jedoch die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Birnen. Sie ist vom Publikum völlig unbemerkt vorgenommen worden. Dimmbares Warmlicht verbreitet die richtige Atmosphäre, und die Stadt spart jährlich 2700 Euro Stromkosten. Bereits in zwei Jahren hat sich die Investition bezahlt gemacht. "So eine erfolgreiche Maßnahme freut uns natürlich", sagt Wessel.

Der Energiebericht wird jedes Jahr aufgrund neuester Daten aufgestellt. Interessant ist für die Verwaltung dabei nur der so genannte gradzahlenbereinigte Verbrauch, der nicht vom Wetter, sondern von der Gebäudedämmung abhängig ist.

(RP)
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