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Zwischenbilanz für Mettmann-Sport in der Handball-Oberliga

Handball, Oberliga : Es läuft noch nicht rund bei ME-Sport

Nach zehn Spieltagen in der Handball-Oberliga steht Mettmann-Sport im breiten Mittelfeld der Liga. Der Einschätzung als einer der Geheimfavoriten konnte das zu selten konstante Team nicht gerecht werden. Trainer André Loschinski verliert zudem einige seiner Spieler.

Zehn Spieltage sind in der Handball-Oberliga der Herren absolviert. Mit der Zweivertretung des Bergischen HC und der Borussia aus Mönchengladbach stehen jeweils die beiden bereits im Vorfeld ausgemachten Aufstiegsfavoriten gleichauf mit jeweils zwei Minuspunkten an der Tabellenspitze. Im direkten Vergleich behielt die Mannschaft vom Niederrhein mit 29:27 (13:15) die Oberhand, patzte dafür aber vollkommen überraschend mit 25:26 (14:13) beim abstiegsbedrohten VfB Homberg. Mit nur einer Niederlage mehr belegt die DJK Unitas Haan überraschend den dritten Platz. Abgeschlagen und punktlos am Tabellenende steht der TV Angermund und hat bereits fünf Punkte Rückstand auf den Vorletzten.

Neun Mannschaften belegen das breite Tabellenmittelfeld. Mitten unter ihnen stehen die Handballer von Mettmann-Sport mit nur neun gespielten Partien und einem Punktekonto von 8:10. Das Nachbarschaftsduell gegen die Unitas wurde kurzfristig wegen eines Corona-Falles abgesagt und wird im neuen Jahr nachgeholt. „Nehmen wir die beiden Top-Favoriten heraus, kann in dieser Liga jeder jeden schlagen“, sagte ME-Sport-Trainer Andre Loschinski zu Beginn der Meisterschaftsrunde.

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Und eben dieser Saisonstart hatte es für die Mettmanner in sich. Aufgrund von Renovierungsarbeiten war die Sporthalle Herrenhaus bis November für den Spielbetrieb gesperrt. Dazu musste die Mannschaft von Trainer Loschinski gleich zum Auftakt in Mönchengladbach und anschließend in Solingen beim BHC II antreten. Nach zwei deutlichen Niederlagen war die gute Anfangsstimmung in der Kreisstadt im Keller. „Gegen beide Teams darf man durchaus verlieren. Wie wir aufgetreten sind, war aber so nicht in Ordnung“, grübelte Loschinski, dessen Mannschaft von Einigen als Geheimfavorit gehandelt worden war, noch tagelang nach den deutlichen Niederlagen und suchte nach Gründen.

Mit hochkarätigen Neuzugängen wie Alexander Riebau und Dominik Jung von der SG Langenfeld, die beide über reichlich Drittliga-Erfahrung verfügen, wurde der Kader um den ehemaligen Zweitliga- und Jugendnationalspieler Moritz Horn gezielt verstärkt. Trotz zwei Siegen in Folge liefen die Mettmanner weiter ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Umso größer war die Freude auf das erste Heimspiel nach knapp einem Jahr Anfang November gegen den TV Oppum. Die Erwartungen der zahlreichen Zuschauer im Herrenhaus wurden nicht gestillt. Erst kurz vor der Weihnachtspause am 18. Dezember feierten die Mettmanner nach weit mehr als einem Jahr den ersten Heimsieg im Herrenhaus. Den TSV Aufderhöhe bezwangen die Hausherren mit 27:21 (14:11) und feierten so ein insgesamt versöhnliches Weihnachtsfest.

„Es waren schon intensive Wochen und Monate, die hinter uns liegen“, zieht Loschinski ein gemischtes Fazit, blickt aber zuversichtlich in das neue Jahr: „Der Trend zeigt ganz klar nach oben. Wir wollen uns mittelfristig im gesicherten Tabellenmittelfeld festigen und uns dann Stück für Stück nach oben vorarbeiten.“ Dazu müssten die Mettmanner konstanter werden. Nach starken Vorstellungen folgten oft Partien, in denen einfache technischer Fehler immer wieder dafür sorgten, dass der Spielrhythmus fehlt.

Neben den sportlichen Ergebnissen war es auch personell ein aufregendes erstes Saisondrittel. Mit vier Torhütern gestartet, bilden nun Jan Romango und Riebau, der zuletzt immer stärker wurde, das Torwartgespann. Jan Sippli schied aus privaten Gründen aus, und auch Kenneth Hubicki wird aus beruflichen Gründen im neuen Jahr nicht mehr das ME-Sport-Trikot tragen können. Auch Jung, der als große Verstärkung für die rechte Angriffsseite galt, hat berufsbedingt nur drei Partien für die Mettmanner bestritten und geht nun in der Dritten Liga für die SG Menden Sauerland Wölfe auf Torejagd. Horn, 2019 von den Rhein Vikings in die Kreisstadt mit großen Erwartungen für die Linksaußenposition gekommen, hat sich kurz vor Weihnachten abgemeldet. „Natürlich sorgt es immer für Unruhe, wenn es personelle Wechsel gibt“, weiß Loschinski, der selbst jahrelang erfolgsorientierter Leistungssportler war: „Trotzdem hoffen wir, dass wir im neuen Jahr neu angreifen können, uns als Mannschaft weiter finden und zusammenwachsen.“

Sofern es die Coronavirus-Pandemie und die entsprechenden Regeln zulassen, starten die Mettmanner am 15. Januar um 19.30 Uhr bei Adler Königsdorf wieder in die Saison. Mit einem Sieg würden die Mettmanner ihr Punktekonto ausgleichen und ihr Torkonto ins Positive verändern.