1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann
  4. Lokalsport

Reitsport: Zuschauen fördert die eigene Entwicklung

Reitsport : Zuschauen fördert die eigene Entwicklung

Der renommierte Trainer Heinrich Wilhelm Johannsmann gibt Springreitern gute Tipps – früher war er selbst international erfolgreich.

Der renommierte Trainer Heinrich Wilhelm Johannsmann gibt Springreitern gute Tipps — früher war er selbst international erfolgreich.

Zwischen zahlreichen Hindernissen und bunten Stangen steht Heinrich Wilhelm Johannsmann im Mittelpunkt der Halle. Um ihn herum traben und galoppieren die Reiter auf ihren Pferden — alle hören auf sein Kommando. "Schön traben. Dann zur geschlossenen Zirkelseite angaloppieren. So trainieren, dass das Hindernis zur Galoppade kommt. Mehr ist nicht zu tun", sagt der renommierte Ausbilder in betont ruhigem Tonfall.

Aufmerksam verfolgt Antonia Weber das Training. Die 19 Jahre alte Amazone aus Erkrath hat ihre Stute Carlotta schon abgesattelt. Beide waren bereits in der ersten Lehrgangsgruppe auf Gut Volkardey eingeteilt. "Bei so einem Trainer zu reiten ist schon etwas Besonderes. Man gibt sich viel Mühe, um einen guten Eindruck zu hinterlassen."

Johannsmann war selbst im Sport sehr erfolgreich und ist nun ein gefragter Trainer. Seinen Spitznamen Kaiser hat er sich bereits in Kindertagen eingehandelt, als ihm sein Reitlehrer immer wieder sagte, er müsse so gerade wie ein Kaiser im Sattel sitzen. Nun steht er im Sand und beobachtet seine Schützlinge genau. "Bisher sehe ich, dass hier gute Vorarbeit geleistet wurde. Die Pferde sind leistungsbereit und das Niveau ist gut", lobt er. Um den Sport im Rheinland nach vorne zu bringen, hat der Förderkreis Grand Prix Düsseldorf zu der dreitägigen Trainingseinheit eingeladen.

"Wir sponsern regelmäßig Dressur- und Springlehrgänge und möchten auch die Vernetzung fördern", sagt Organisator Thomas Dietz. 24 Paare aus der Landeshauptstadt und der Umgebung folgten seiner Einladung. Hans-Willi Weber ist nicht nur mit seiner Tochter, sondern mit dem gesamten Erkrather Reit-TV-Team angereist. Er kennt Heinrich Wilhelm Johannsmann noch aus gemeinsamen Zeiten bei der Sportkompanie der Bundeswehr. Später trafen beide immer wieder bei Turnieren aufeinander. Nun steht Hans-Willi Weber an der Bande und schaut entspannt zu, wie sein Trainerkollege Ross und Reiter unterrichtet. "Manchmal kann jemand anders, der unvoreingenommen daraufschaut, Probleme lösen, an denen wir uns monatelang festgebissen haben", betont der Chef vom Uhlenhof. Wenn er die Möglichkeit hat, fährt er gerne mit, um selbst Anregungen mitzunehmen.

Der Kaiser begrüßt das sehr. "Je mehr Trainer mitkommen, umso besser. Dann hat das, was wir hier erarbeiten auch einen nachhaltigen Effekt." Er möchte den Reitern vor allem Grundlagenwissen vermitteln. "Häufig legen sie sich zu früh fest und entwickeln eine eigene Technik. Dabei sind die Basisregeln der Reitlehre einfacher umzusetzen als die meisten glauben", betont Heinrich Wilhelm Johannsmann. Damit ist er mit Hans-Willi Weber auf einer Linie. "Die guten Ausbilder orientieren sich alle an den gleichen Richtlinien. Daher habe ich nie Sorge, meine Schüler zum Lehrgang zu schicken."

Was Weber bisher gesehen hat, hat ihm gut gefallen. "Der Kaiser ist sehr ruhig, behält immer den Überblick und bringt die absolute Fachkompetenz mit." Seine Tochter Antonia ist ebenfalls begeistert. "Er hat gesagt, er ist sehr zufrieden", sagt die 19-Jährige. Sie hofft, die Tipps später auch auf dem Turnier umsetzen zu können. Mit ihrem Spitzenpferd möchte sie in der nächsten Saison den Sprung von M nach S schaffen. "Heute ging es vor allem um die Linienführung und das korrekte Anreiten der Hindernisse. Morgen möchte der Trainer mehr ins Detail gehen", sagt die Amazone und verfolgt interessiert, was nun die Kollegen im Sattel leisten.

(domi)