Wülfrather Schweinelauf verzeichnet einen großen Zuwachs

Leichtathletik : Ferkellauf – so schnell die kurzen Beine tragen

Beim Wülfrather Schweinelauf starten über 600 Läufer. Besonderen Zuwachs verzeichnete der Ferkellauf der Bambini und Kinder, die ein ordentliches Tempo vorlegten.

Ein frischer Wind weht zur frühen Mittagszeit über den Rasenplatz. Der Himmel ist wolkenverhangen und vereinzelt nieseln kleine Regentropfen hinab. Während die letzten Teilnehmer des 12,4 Kilometer langen Schweinelaufs und die Walker allmählich eintrudeln, machen sich hibbelige Kinder in der Stadionmitte bereit. Ihre Startnummern sind rutschfest am Lauf‑shirt befestigt, die Schuhe ordentlich gebunden, eine Frau im pinkfarbenen Trainings-Outfit trommelt die Kinder zum gemeinsamen Aufwärmen zusammen. Keiner der eifrigen Nachwuchsathleten will eine Verletzung riskieren, also machen alle pflichtbewusst mit: Auf der Stelle traben, Arme strecken, Beine dehnen. Der lauffreudige Flohzirkus ist bereit, also geht es auf die Tartanbahn unter dem aufblasbaren Startbogen. Die Eltern folgen.

Auf der Bahn steht noch Moderator Axel Güldenstern am Mikrofon und versucht die Zeit bis zum Start unterhaltsam zu verkürzen. „Wir haben noch ein paar Läufer auf der Strecke. Könnt ihr noch einen Augenblick warten? Dann empfangen wir sie gemeinsam.“ Die Kinder nicken. „Dafür habt ihr auf jeden Fall jetzt schon den Fairness-Preis gewonnen“, sagt Güldenstern.

Mitten im Getümmel harren Elisa Marie (4) und Lilia (8) aufgeregt aus. Für die beiden Schwestern ist es bereits die zweite Teilnahme. Die Strecke um das Stadion kennen sie gut und sind zuversichtlich, dass sie die Runde ohne Probleme überstehen. Ein bisschen nervös, geben sie dann aber schüchtern und kichernd zu, sind sie schon. Um Papa Stefan Ebertus Brust baumelt bereits eine große Teilnehmermedaille. Der Familienvater hat die 12,4 Kilometer lange Schweinelaufstrecke bezwungen, allein mit seiner Grundfitness. Viel Zeit zum Trainieren, erzählt er kurz vor dem Start seiner Töchter, hatte er nicht. „Drei Tage mussten reichen.“ Eine besondere Motivation war ihm, dass seine Familie, Frau Kristina und die beiden Töchter ihn am Rande der Laufstrecke angefeuert haben. Das will er jetzt natürlich auch bei seinem Nachwuchs machen.

Als die letzte Walkerin geschafft ins Ziel trottet, wird sie von klatschenden und einer La Ola auslösenden Kinderschar in Empfang genommen. „Na, so einen tollen Zieleinlauf hatten wir noch nie“, spricht Güldenstern erneut durchs Mikrofon, ehe er endlich die Strecke für den Ferkellauf freigibt. 80 Kinder haben sich angemeldet – so viele, wie noch nie. Die Gruppe der Jüngeren absolviert eine Stadionrunde (ca. 400 Meter), die Älteren zwei.

Als alle gemeinsam den Countdown anzählen, zücken Eltern ihre Handykameras. Die Kinder gehen professionell leicht in die Knie und beugen sich vor. „Drei, zwei, eins. Los geht’s.“ Die ersten sprinten ehrgeizig los, angefeuert vom amüsierten Publikum. Auch Lilia und Schwester Elisa huschen los, räumen das Feld sogar von hinten auf. Mittendrin rennt auch der vierjährige Jonas, der sich sonst eher im Schwimmverein und beim Fußball austobt, zum ersten Mal mit und läuft so schnell ihn seine kurzen Beine tragen.

Statt angestrengter und konzentrierter Gesichter, wie zuvor bei den Erwachsenen, begegnen hier den Zuschauern lachende Kinder. Erst auf den letzten Metern beißen einige vor dem Zieleinlauf noch die Zähne zusammen und fallen ihren Eltern glücklich in die Arme. „Toll hast du das gemacht“, beglückwünscht eine Mutter ihren Sohn. Und auch Papa und Mama Ebertus herzen ihre Mädchen nach dem Lauf. „Das ist eine schöne Sache“, urteilt Mutter Kristina. Sie selbst laufe zwar nicht mit, aber diese gemeinsame Aktivität schweiße die Familie zusammen. Nach so viel Sport, sagen Lilia und Elisa, werde nun endlich der Vatertag gebührend mit einer kleinen Gartenparty daheim gefeiert.

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