Handball: Wülfrath lernt vom Asienmeister

Handball : Wülfrath lernt vom Asienmeister

Die Niederlage gegen das südkoreanische Nationalteam hielt sich am Ende mit 16:32 im Rahmen, weil die Handballerinnen des TBW diesmal beherzter zupackten als zuletzt noch beim 1. FC Köln.

TB Wülfrath - Südkorea 16:32 (6:14). Rein sportlich standen die TBWHandballerinnen auf verlorenem Posten. Das war aber schon im Vorfeld klar. Schließlich gab mit Südkorea der amtierende Asienmeister seine Visitenkarte in der Fliethe-Halle ab. Allerdings machten die Wülfratherinnen durchaus Werbung in eigener Sache. Immerhin kamen rund 500 Zuschauer, um das ungewöhnliche Freundschaftsspiel zu verfolgen. Und sie kamen auf ihre Kosten, denn die Mannschaft von Lars Faßbender wehrte sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen eine Klatsche. Immer wieder brandete von den Rängen Jubel auf, wenn ein schöner Treffer gelang oder eine der drei Torfrauen einen Angriff der Gäste zunichte machte. "Wir haben sehr ordentlich gespielt", blickte Trainer Faßbender nach dem Abpfiff zufrieden drein. Und erklärte mit Blick auf das nächste Meisterschaftsspiel morgen gegen den TuS Lintfort: "Wir wollten versuchen, die Härte fürs Wochenende mitzunehmen." In der Tat war in der Wülfrather Mannschaft ein Lerneffekt unverkennbar. Vergangenen Samstag noch hatte sich der Aufsteiger in die Dritte Liga fast ohne Gegenwehr in die deutliche Niederlage beim Vorjahreszweiten 1. FC Köln gefügt. Jetzt aber hielten die TBW-Handballerinnen dagegen und versuchten, offensiver mit der körperlichen Härte klar zu kommen. Zumindest in diesem Punkt war die Leistungssteigerung beachtlich. Oder wie Faßbender es ausdrückte: "Wir haben die Schmach von Köln vergessen gemacht."

Eunyhe Kang (links) und Junhee Park nehmen Nicole Hölters in die Zange und verhindert damit einen erfolgreichen Abschluss. Foto: Dietrich Janicki

Natürlich setzten zunächst die Südkoreanerinnen die Akzente. Nach elf Minuten führten sie mit 4:0. Dann erst markierte Stefanie Hinnerkott den ersten Treffer der Gastgeberinnen. Kurz zuvor hatte Lisa Klanz bereits einen Wurf von Sojeong Yu entschärft. Übrigens eine der erfahreneren Spielerinnen im Südkorea-Dress - sie nahm mit der Nationalmannschaft schon an Olympia teil. Die Bekannteste im Team war allerdings die 28-Jährige Hui Ju.

Bis zur 20. Minute hielten die Wülfratherinnen noch mit. Julia Steinhausen traf zum 4:7. Dann setzte Kirsten Buiting einen Siebenmeter-Aufsetzer an die Lattenunterkante. Im Gegenzug markierte Eunjoo Shin die 8:4-Führung. Von da an setzte sich Südkorea allmählich ab, auch wenn Lea Watermeier den Tempogegenstoß von Shin noch mit toller Fußabwehr parierte. Zur Pause lag das Nationalteam mit 14:6 in Front, nicht zuletzt dank weiterer schneller Gegenstöße.

Nach dem Wiederanpfiff zogen die Südkoreanerinnen in den ersten zehn Minuten auf 20:8 (20.) davon. Die TBW-Handballerinnen steckten trotz des deutlichen Rückstandes nicht auf, sondern versuchten immer wieder, selbst spielerische Akzente zu setzen. Und im letzten Drittel der Partie zeigte dann auch noch die dritte Wülfrather Torfrau Samantha Sklorz einige gute Paraden. Bemerkenswert war auch, dass nach mehrmonatiger Verletzungspause Daria Blume erstmals wieder auf dem Feld stand. Die Rekonvaleszentin fand zwar noch nicht richtig in den Angriffsmodus, doch ihr Comeback macht Hoffnung auf einen starken Rückraum, zumal die erfahrenen Neuzugänge Luisa Kieckbusch und Lena Feldstedt hier bereits für den einen oder anderen Farbtupfer sorgten. Nicht nur deshalb dürften die Fans auch morgen wieder in die Fliethe-Halle strömen.

(RP)