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Tennis: "Wir wollen die Niederrheinliga halten"

Tennis : "Wir wollen die Niederrheinliga halten"

Erst am letzten Spieltag macht die Tennis-Damenmannschaft des TC Stadtwald Hilden als Aufsteiger den Klassenerhalt perfekt.

Hilden Im vergangenen Jahr beendet das Damen-Team des TC Stadtwald Hilden die Sommerrunde auf dem zweiten Platz in der 1. Tennis-Verbandsliga. Anfang März kam dann die überraschende Nachricht, dass die Mannschaft nachträglich in die Niederrheinliga aufsteigt - nach der Absage eines Sponsors zog ein Klub seine Team notgedrungen aus der Klasse zurück. Für die Hildenerinnen war es ein Glücksfall - und eine Herausforderung zugleich. Mannschaftsführerin Inga Hildesheim berichtet von einer wechselhaften Saison, die am Ende im umjubelten Klassenerhalt mündete.

Was bleibt Ihnen von dieser ersten Saison in der Niederrheinliga besonders haften?

Hildesheim Es war bis zum letzten Spieltag sehr spannend. Wir haben nie höher als 3:6 verloren. Gegen den späteren Dritten Gladbacher HTC haben wir sogar nur eine knappe 4:5-Niederlage kassiert. Wir hatten immer unsere Chance und haben bei jedem Spiel gedacht: Jeder Punkt zählt, wenn es am Ende eng wird. Entscheidend aber war der letzte Spieltag, als wir im direkten Vergleich mit dem Tabellenletzten TC Rot-Weiß Dinslaken unbedingt einen Sieg brauchten. Wir mussten gewinnen, sonst hätten wir den Klassenerhalt auch nicht verdient gehabt. Letztlich haben wir einen klaren 6:3-Erfolg geholt.

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  • Lea Schult (20) verwertete eine Strafecke.⇥RP-Foto:
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Gab es weitere Höhepunkte?

Hildesheim Ein Highlight in dieser Saison war die Partie in Moers. Dort haben wir nach den Einzeln bereits mit 0:6 zurückgelegen und dann alle drei Doppel gewonnen. Wir wollten das unbedingt durchziehen.

Im Doppel hat die Mannschaft in dieser Saison gute Leistungen gezeigt. Wie kommt's?

Hildesheim Das lag auch an unserem Neuzugang Manuela Emmrich. Ihr Bruder Martin Emmrich ist Doppelspezialist, spielt auf der ATP-Tour und steht auch in der deutschen Daviscup-Mannschaft. Manuela hat im Doppel noch einmal Schwung reingebracht. 12 Jahre hat sie in Amerika gelebt und arbeitet jetzt für zwei Jahre in Deutschland. Manuela bringt die amerikanische Mentalität ins Team rein - das war schon eine Motivation.

Manuela Emmrich ist aber nicht der einzige Neuzugang in der Mannschaft.

Hildesheim Wir hatten keinen optimalen Start in die Saison, da sich Malin Büchner noch vor dem Beginn der Medenrunde an der Schulter verletzt hat und bis heute noch nicht wieder spielen kann. Deshalb mussten wir noch einmal handeln und haben die beiden Belgierinnen Anne-Laurence Belinne und Celine Rolly geholt. Belinne ist eine ehemalige Profi-Spielerin und hat fünfmal Einsätze als Nummer zwei gehabt. Aus Holland kam Daevenia Achong. Sie ist erst 13 oder 14 Jahre alt und hat an Position sechs von fünf Einzeln vier gewonnen - das war extrem wichtig.

Weshalb hat Ihre Mannschaft letztlich den Verbleib in der Niederrheinliga geschafft? Viele im Verein haben ja nicht daran geglaubt.

Hildesheim Stimmt! Da gab es sogar einige Wetten. Das war für uns noch eine extra Motivation - den Grillabend und das Fässchen Bier haben wir eingefahren. Unser Erfolgsgeheimnis war die gute Mischung in der Mannschaft: Die Hälfte der Spielerinnen ist über 30 Jahre alt, die andere Hälfte noch sehr jung. An Position eins spielt die 16-jährige Lina Hohnhold, die eine tolle Mannschaftsspielerin ist und immer bis zuletzt gekämpft hat. Ihre Mutter Petra hat uns im Doppel sehr geholfen. Das Team versteht sich einfach sehr gut und macht auch außerhalb des Platzes etwas gemeinsam. Es ist wichtig, dass alles passt - wir bilden einfach eine Einheit. Hilfreich ist außerdem, dass wir mit unserer Herrenmannschaft trainieren können.

In der Winterrunde spielt die Damenmannschaft ebenfalls in der Niederrheinliga. Was rechnen Sie sich da aus?

Hildesheim Da wird es um einiges schwieriger, weil es dann keine Klasse über der Niederrheinliga gibt, also weder Bundes- noch Regionalliga. Wir werden wieder alles geben, aber der Blick auf die Meldeliste der einzelnen Vereine zeigt, dass es sehr schwer wird.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Hildesheim Wir wollen im nächsten Jahr in dieser Besetzung zusammenbleiben, uns aber auf jeden Fall noch jemanden dazuholen. Ohne Verstärkung geht es nicht. Wir hatten in dieser Saison sicher das niedrigste Budget in der Liga. Unser größter Wunsch ist daher ein Sponsor, damit wir finanziell und auf diese Weise auch sportlich mithalten können. Nur so können wir die Mannschaft, die zum größten Teil aus Eigengewächsen des TC Stadtwald besteht, sinnvoll verstärken. Denn wir wollen jetzt mit der Niederrheinliga die höchste Klasse am Niederrhein langfristig halten. Diesen Ehrgeiz haben wir, um den Verein nach außen gut zu präsentieren.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BIRGIT SICKER

(RP)