Mit Andreas Brüser: "Wir konnten nie komplett antreten"

Mit Andreas Brüser : "Wir konnten nie komplett antreten"

Anfang der Saison mischte der TB Wülfrath noch an der Spitze der Handball-Verbandsliga mit. Inzwischen rutschte die Mannschaft von Andreas Brüser jedoch auf den siebten Platz ab, verlor zuletzt sogar gegen Schlusslicht TV Ratingen.

Wülfrath Der Saisonstart verlief für die Handballer des TB Wülfrath überraschend gut. In den ersten sieben Begegnungen feierte die Mannschaft von Andreas Brüser sechs Siege und ein Unentschieden und mischte damit im Titelrennen der Verbandsliga kräftig mit. Danach aber verloren die TBW-Handballer beim ART Düsseldorf II mit 33:38 — und in der Folge ging es weiter bergab. Unsere Zeitung sprach mit Trainer Andreas Brüser und fragte nach den Gründen für die Negativserie.

Was sehen Sie als Hauptgrund für die sieben Niederlagen in Folge?

Brüser Unsere Verletzungsmisere fing am achten Spieltag in Düsseldorf an. Neben dem verletzten Steffen Schultz, einem zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Wochen kranken Robin Donner und durch das frühe Ausscheiden von Christian Klein fehlten die erfahrenen Kräfte. Thomas Grugel hat von Oktober bis Dezember aufgrund seiner Bachelorarbeit kaum trainiert. Zu allem Überfluss haben sich dann auch noch unsere beiden Torhüter Sven Voigtländer mit Bänderriss und Nils Völker mit Muskelfaserriss verletzt abgemeldet. Die Verletzungsmisere hat sich danach weiter fortgesetzt, so dass wir in den kommenden Spielen nie komplett antreten konnten.

Es gab ja auch einige sehr knappe Niederlagen. War hier auch das Fehlen von vielen Stammspielern der Hauptgrund?

Brüser Ja, im Wesentlichen schon. Christian Klein und die Torhüter fielen länger aus, und bei Robin Donner wurde dann ein Knorpelschaden im Knie festgestellt. Eigentlich dürfte er gar nicht mehr auflaufen. Dadurch fehlte uns schon des Öfteren am Ende die Luft und zudem ganz sicherlich die Erfahrung, die die jungen Spieler noch gar nicht haben können.

Gegen Haan hat die Mannschaft trotz der knappen Niederlage überzeugt, gegen Mettmann dann total versagt. Warum?

Brüser Da brauchen wir gar nicht drum herumreden: Gegen Mettmann fehlte einfach die Einstellung. Einige Spieler scheinen auch große Probleme mit ihren Nerven zu haben. Gegen Haan hat die Mannschaft ja gezeigt, wie es geht.

Wie kommt Ihr Team wieder aus dieser Tal heraus?

Brüser Die Mannschaft ist einfach zu grün. In der Summe muss man sagen, dass unsere jungen Kräfte viel zu früh Verantwortung übernehmen mussten. Und durch die permanenten Ausfälle kam auch keine Sicherheit und wir waren dadurch auch viel zu leicht auszurechnen. Wir werden trotz dieser Vorzeichen weiter an unserem Konzept festhalten, mit jungen Leuten zu arbeiten. Das ist auch mit Abteilungsleiter Jörg Märtens so abgestimmt. Die Mannschaft wird sich das erforderliche Erfolgserlebnis erarbeiten und erkämpfen!

Wie werden Sie die Mannschaft gegen den TV Angermund aufstellen?

Brüser Wir wollen den Trend mit den jungen Leuten weiter fortsetzen. Ähnlich wie in der vergangenen Woche der TV Ratingen steht auch Angermund mit dem Rücken zur Wand und wird um jeden Zentimeter kämpfen. Unser Kader ist aber besser besetzt. Wenn wir die Nerven behalten und unsere gewohnte Leistung zeigen, werden wir in Angermund punkten.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE FRANK FISCHER

(ff)
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