Fußball "Wir investieren in die Trainerausbildung"

Mettmann · Der neue Vorsitzende der SpVg. Hilden 05/06 setzt auf Teamarbeit und lobt die große ehrenamtliche Unterstützung im Familienverein.

 Holger Reinders.

Holger Reinders.

Foto: Olaf Staschik

Hilden Ende Oktober 2016 gab Holger Reinders sein Amt als 2. Vorsitzender des Fußball-Oberligisten VfB 03 Hilden auf. Kurz vor Weihnachten übernahm er bei der SpVg. Hilden 05/06 den Job des Sportlichen Leiters. Und seit dem Sommer ist Reinders nun auch 1. Vorsitzender des Klubs im Hildener Süden, denn Matthias Johannes, erst im Dezember gewählt, trat aus persönlichen Gründen von seinem Posten zurück.

Bleiben Sie als 1. Vorsitzender auch Sportlicher Leiter?

Reinders Aktuell bin ich es offiziell noch, aber wir machen das im Moment im Vorstand gemeinsam als Team. Das klappt ganz gut, weil wir mit Peter Waldinger, der seit zwei Monaten neuer Vorsitzender des Beirats ist, auch einen Fußballfachmann haben, mit dem wir uns austauschen. Achim Dommke, der das Amt zuvor innehatte, ist jetzt Schatzmeister.

Gibt es weitere personelle Veränderungen?

Reinders Ralf Tschaschler ist seit dem 8. November neuer Vorsitzender des Fördervereins Jugend. Er ist verwurzelt mit dem Verein und will sich verstärkt um das Sponsoring kümmern - erst einmal für die Jugend, aber auch für den Gesamtverein. Wir wollen neue Partner finden für Bandenwerbung und Anzeigen im Vereinsheft, das den Namen Volltreffer hat, neu aufgelegt und designt ist.

Wie kam es, dass Sie nach so kurzer Zeit sogar Vorsitzender der SpVg. Hilden 05/06 sind?

Reinders Nach dem Abschied vom VfB 03 habe ich erst einmal gar nichts gemacht. Dann aber fehlte es mir, sonntags irgendwohin zu gehen. Ich will mich wieder engagieren in einem Fußballverein, gezielt und weitsichtig auch für die Zeit nach meiner Pensionierung. Ich bin dann von den Südern angesprochen worden. Es gab die Idee des Sportlichen Leiters. Ich habe eine Sitzung des Beirats mitgemacht und bin dann so reingerutscht. Ich habe es aber gerne gemacht - man musste mich nicht groß überzeugen. Mit Organisationsfragen kenne ich mich beruflich aus, habe betriebswirtschaftliche Kenntnisse und die Liebe zum Fußball - das passt gut.

Sie fühlen sich hier offenbar sehr wohl. Was macht den Süder Klub aus?

Reinders Ich habe mich auch beim VfB 03 wohl gefühlt, aber hier ist es früher wie bei meinem Heimatverein TuRA 88 Duisburg. Alles ist sehr persönlich, sehr familiär. Ich habe mich sehr schnell sehr wohlgefühlt - manchmal muss ich mich selbst vergewissern, dass ich erst ein Jahr da bin.

Worin besteht der Unterschied zum VfB 03?

Reinders Ich habe beim VfB 03 viel gelernt. Die meisten sind total nette Leute und ich freue mich, wenn die Mannschaft in der Oberliga gewinnt, genauso wie ich mich freue, wenn Toni Molina mit dem SC Kapellen-Erft siegt. Die Süder Vereinskultur ist aber ganz anders. Das passt einfach besser zu mir. Ich bin als Spieler bei der TuRA 88 ja auch nicht über Bezirksliga-Niveau hinausgekommen, habe viele Jahre mit der zweiten Mannschaft in der Kreisliga A gespielt und den Kreisliga B-Spielertrainer gemacht. Hier sind die Strukturen vergleichbar.

Welche Ziele haben Sie mit der Sportvereinigung?

Reinders Wir wollen mittelfristig wieder aufsteigen, mit eigenen jungen Spielern, die wir nach und nach aufbauen. Aufgrund der vielen Verletzten haben wir jetzt schon zwei AJugendliche hochgezogen, die super eingeschlagen sind. Gestandene Fußballer als Gerüst und viele junge ehrgeizige Spieler - dann klappt es vielleicht auch mit dem Aufstieg. Die zweite Mannschaft kann es in der Kreisliga C vielleicht schon dieses Jahr schaffen. An der Spitze liefert sie sich ein Lokalduell mit dem SV Ost. Wir haben ein ganz junges Trainerteam, dass vorher die A-Jugend betreut hat. Das ist offensichtlich so gut, dass der Erfolg da ist - das macht Spaß. Denn auch in der Kreisliga C ist man nicht so ohne Weiteres Erster.

Ist die Jugend ein wichtiges Standbein?

Reinders Wir wollen verstärkt in die Jugendabteilung investieren, in erster Linie durch die Qualifizierung von Trainern. Wir haben viele ehrenamtlich arbeitende Eltern und engagierte Jugendtrainer. Ich finde es toll, wie gearbeitet wird, aber das klappt noch besser, wenn ein fundiertes Fachwissen dazu kommt.

Was wollen Sie kurzfristig realisieren?

Reinders Wir wollen mit der ersten Mannschaft nicht absteigen. Leider sind mit Hakan Simsek - Adduktorenabriss -, Innenverteidiger Maximilian Nendza - Finger gebrochen - und Hicham Arouaghe - Kreuzbandriss - gleich drei wichtige Stützen schwer verletzt weggebrochen. Wir hoffen, dass zumindest Hakan und Max in der Rückrunde wieder mitmachen können.

Welche Wünsche sind noch offen?

Reinders Wir möchten die Stadt dringend bitten, in nächster Zeit, spätestens im übernächsten Jahr, den Neubau der Umkleidekabinen und Funktionsgebäude zu beginnen. Die Situation ist angespannt, gerade auch im Winter. Wir platzen aus allen Nähten. Die Eltern sprechen uns immer wieder an, sind nicht zufrieden. Wir haben 400 Mitglieder, die meisten davon Kinder und Jugendliche - der Verein leistet damit eine Menge sozialer Arbeit wie Integration und Vermittlung sozialer Werte.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BIRGIT SICKER.

(RP)