reitsport: Wie Hamburg: Auch Erkrath hat ein Derby

reitsport : Wie Hamburg: Auch Erkrath hat ein Derby

Die Erkrath Classics, das große Turnier auf dem Niermannshof, dürften wieder erstklassigen Pferdesport bieten.

Die Getränkewagen haben ihren Stellpatz eingenommen, die weißen Pavillons stehen, in der Ecke parkt ein großer Lastwagen mit der Aufschrift „Turnierpferde“, eine schwarze Dogge liegt dösend unter einem Baum im schützenden Schatten. Obwohl bereits am Freitag das große Turnier „Erkrather Classics“ auf der großzügigen Anlage Niemannshof beginnt, geht es erstaunlich ruhig und gelassen zu. Nur ein paar Menschen in Reithosen laufen umher. Es mag an der großen Hitze liegen, aber Hofbetreiber Tilo Tucht kennt den wahren Grund für die große Gelassenheit. „Naja, wir haben ja auch sehr früh begonnen“, sagt er, „wir arbeiten seit rund sechs Wochen sehr intensiv an den Vorbereitungen.“

Rund 1300 Nennungen aus ganz Deutschland sind eingegangen. Es müssen Hotels gebucht werden und Stellplätze für die unzähligen Pferdeanhänger zur Verfügung stehen. Für die rund 4000 erwarteten Besucher muss eine Auswahl an Getränken und Imbissen besorgt werden. Schließlich bleiben viele über Stunden auf den Tribünen und verfolgen dort unter anderem die Spring- und Dressurwettbewerbe in den unterschiedlichen Schwierigkeitskategorien – etwa das Springturnier der Jungpferde oder das Springen der einzelnen Leistungsklassen, in denen auch Tilo Tucht unter anderem mit „Chaccomo“ teilnimmt.

 „Gerade bei diesen Temperaturen muss man ganz besonders auf sein Pferd achten“, weiß der erfahrene Pferdewirtschaftsmeister. Sein Hinweis: „Das Kreislaufsystem des Pferdes ist wesentlich empfindsamer als unseres. Wir trainieren daher auch derzeit nur ganz früh morgens zwischen fünf und acht mit den Tieren, danach kommen sie aus der Hitze heraus. Für ein Turnier bedeutet das unter Umständen: Wenn ein Pferd erste Schwächeanzeichen aufgrund der ungewöhnlichen Hitze zeigt, sollte es geschützt werden und somit nicht antreten.“

Der Verein freut sich auf alle Wettbewerbe – und ganz besonders auf die frisch aus der Taufe gehobene Disziplin „Niemannshof Derby“. „Es ist eine Ableitung vom Hamburger Derby“, erläutert Tilo Tucht, „ein Parcours auf dem Springplatz mit nachgebauten Hindernissen.“ Beim Biathlon als Teil des Showprogramms werden die Teilnehmer abwechselnd reiten und sich auf einer mobilen Laser-Schießanlage betätigen. Jeder Besucher kann die Anlage vorab testen.

Besonders glücklich ist Tilo Tucht auch mit der Ausrichtung des „CWD-Kids Cup“ unter dem Motto: „Heute Kids, morgen Stars“. „Die neun- bis 14-jährigen Kinder haben bereits auf zwei anderen Turnieren in Eschweiler und Wipperfürth Punkte gesammelt. Nach ihrer Teilnahme hier geht es zur Endrunde nach Lohmar“, erklärt Tucht. Für den Pferde-Experten geht es dabei nicht nur um die Nachwuchsförderung im Turniersport: „Mir liegt sehr am Herzen, dass Reiter generell zunehmend eins begreifen: Mit Pferden kann man nicht sprechen, aber man kann mit ihnen kommunizieren. Ich möchte, dass gerade die jungen Reiter frühzeitig lernen, das Pferd und dessen Signale zu verstehen und richtig zu interpretieren. Auch dazu sind solche Veranstaltungen extrem wichtig.“

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