Lokalsport: Wenn der Trainer zum Sportler kommt

Lokalsport : Wenn der Trainer zum Sportler kommt

Fitness und Gesundheit sind für viele Menschen ein kostbares Gut. Wer keine Zeit oder keine Lust auf ein Studio hat, ist bei Daniel Philipp und Markus Zilligers genau richtig. Beide arbeiten ganz anders – als mobile "Personal Trainer".

Fitness und Gesundheit sind für viele Menschen ein kostbares Gut. Wer keine Zeit oder keine Lust auf ein Studio hat, ist bei Daniel Philipp und Markus Zilligers genau richtig. Beide arbeiten ganz anders — als mobile "Personal Trainer".

Wir staunen nicht schlecht, als Daniel Philipp den Kofferraum seines Autos öffnet. Mehrere blaue Fitnessmatten, verschiedene Medizinbälle, Gewichte, bunte Hanteln und TRX-Bänder fallen sofort ins Auge — die klassische Grundausrüstung eines mobilen "Personal Trainers", wie sich später herausstellt. Angefangen hat Philipp als angestellter Fitnesstrainer in verschiedenen Studios in Hilden und Düsseldorf. Mitte 2011 wagte der 25-Jährige den Sprung in die Selbstständigkeit und seitdem arbeitet er als "Personal Trainer" individuell bei seinen Kunden zu Hause oder an vereinbarten Treffpunkten.

"Das Bedürfnis, zu Hause und nicht in einem Studio zu trainieren, war bei den Kunden einfach da. Und da ich ein Auto hatte, habe ich mit ein paar Utensilien angefangen und bin zu den Menschen hingefahren", berichtet der gebürtige Düsseldorfer. Anfang 2012 holte Philipp dann seinen Schulfreund Markus Zilligers mit ins Boot und baute das sportliche und betriebswirtschaftliche Konzept gemeinsam mit dem Hildener aus. Beide absolvierten die nötigen Trainer-Lizenzen, ein befreundeter Grafikdesigner entwarf ein Firmenlogo und der studierte Betriebswirt Zilligers stellte einen Geschäftsplan auf.

Zusammen weiteten die Freunde ihr Trainingsgebiet Schritt für Schritt vom südlichen Ruhrgebiet über Hilden und Düsseldorf bis nach Köln und Bonn aus. Gleichzeitig vergrößerten sie stetig ihren Mitarbeiterstamm. Die beiden und ihr inzwischen elfköpfiges Team fahren nach individueller Absprache zu ihren Kunden und leiten das Training etwa im privaten Wohnzimmer oder auf dem heimischen Rasen im eigenen Garten. "Viele Menschen haben einfach nicht die Zeit, in ein Fitnessstudio zu gehen. Und da wir das gesamte Equipment mitbringen, brauchen wir nur ein paar Quadratmeter Platz", erzählt Philipp, der bis Mitte dieses Jahres parallel noch als Fitnesstrainer in der Jugend von Fortuna Düsseldorf arbeitete.

"Nachdem wir mit jedem neuen Sportler einen speziellen Gesundheits-Check absolviert haben, legen wir gemeinsam Ziele fest, um die Leute motivieren zu können, sich sportlich zu betätigen", erklärt Zilligers. Der Trainingsvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt. So gibt es neben Athletik- und Fitnesstraining beispielsweise spezielle Trainingseinheiten für Golfer, Tischtennisspieler oder Fußballer. "Wir haben aber auch klassische Massagen zur Entspannung oder gezielte Ernährungsberatung mit in unserem Programm", ergänzt Philipp, der in seiner Jugend als Speerwerfer bei Bayer 04 Leverkusen aktiv war.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Betreuung nach Verletzungen und Operationen. "Wir wollen dabei nicht die klassische Physiotherapie ersetzen, aber unterstützen. Und wir wollen dafür sorgen, dass die Leute wieder fit werden", erklärt Markus Zilligers, der unter anderem das Helmholtz-Gymnasium in Hilden besuchte. Neben der individuellen Einzelbetreuung trainieren die beiden Mitarbeitergruppen in Unternehmen und analysieren darüber hinaus die Krankheitsstruktur in den Firmen. Philipp: "Wir schaffen es, durch unsere Untersuchungen und unser Training die Ausfall- und Krankheitszeiten deutlich zu reduzieren und das Arbeitsklima zu verbessern."

Doch neben aller Professionalität hat vor allem das persönliche Verhältnis zum Kunden bei den "Personal Trainern" einen hohen Stellenwert. "Wir pflegen ein besonderes Vertrauensverhältnis zu unseren Kunden und sind mit sicher mehr als der Hälfte von ihnen auch gut befreundet — das macht das Training und für uns die Arbeit natürlich sehr schön", findet Philipp.

Ein Training der besonderen Art erlebten die beiden vor einigen Wochen in einem Düsseldorfer Hotel: "Wir arbeiten unter anderem auch mit dem Breidenbacher Hof zusammen und haben dort an einem Sonntag mit zwei Prinzen aus Saudi-Arabien zusammengearbeitet", erzählt Daniel Philipp. Fitness-Training kann eben immer außergewöhnlich ausfallen.

(tzb)
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