1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann
  4. Lokalsport

Lokalsport: Weltweit gefragter Lehrmeister

Lokalsport : Weltweit gefragter Lehrmeister

Von Wülfrath aus reist Johan Zagers zu Turnieren in ganz Europa und gibt Lehrgänge in Australien, Kanada und Brasilien. Seit drei Jahren ist der gebürtige Belgier auf der Reitanlage Pegasus zu Hause, er ist nicht nur selbst erfolgreich, sondern gibt sein Wissen weiter.

International ist so ziemlich alles im Stall von Johann Zagers. Der gebürtige Belgier, der seit drei Jahren in Wülfrath zu Hause ist, war nicht nur selbst schon auf Turnieren in ganz Europa am Start, in seinem Team arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Nationen und der 52-Jährige ist auch als Trainer weltweit gefragt.

Unter seiner Regie gewann die brasilianische Equipe nicht nur die Bronzemedaille bei den Pan American Games, sie qualifizierte sich auch erstmals in der Geschichte des Landes für die Olympischen Spiele in Hong Kong. Nach den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky gab Johan Zagers seine offzielle Funktion zwar aus Zeitgründen auf, doch noch immer hat er regelmäßig junge Südamerikaner zu Gast, die sich von ihm ausbilden lassen.

Joao Victor und Antonio Oliva sind gerade 15 und 16 Jahre alt und kommen immer wieder zu Lehrgängen auf die Anlage in Nord-Erbach. Ihr Ziel sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016. "Als Gastgeber ist das Land mit vier Startplätzen gesetzt, doch die sind hart umkämpft. Es werden viele Reiter probieren, dabei zu sein – auch reiche Leute, die sich teure Pferde kaufen und dann Ansprüche anmelden", berichtet Johan Zagers. Er weiß, dass er noch viel Arbeit vor sich hat. Bei ihm sollen die beiden Talente, die sonst im Sattel von selbst gezogenen Lusitanos sitzen, ein Gefühl für die größeren Bewegungen der europäischen Warmblüter bekommen. "Sie können hier verschiedene Pferde reiten und lernen die technischen Abläufe kennen."

  • Lokalsport : "Zagers ist ein toller Chef"
  • Stadtführerin Brigritte Rey-Brögger wird bei einer
    Europa in Düsseldorf : Virtuell Europa in Düsseldorf aufspüren
  • Toller Erfolg für die beiden Liebfrauen-Schülerinnen:
    Grefrather Gymnasium gewinnt bei „Eurovisons“ : Ein Foto für ein gesundes Klima in Europa von der Liebfrauenschule

Beide haben früh angefangen, Dressur zu reiten und wollen irgendwann ihrer Mutter Autenzia Oliva nacheifern, die einst zu den besten Basketballspielerinnen weltweit gehörte. "Dieser Sport ist uns allerdings zu langweilig", betonen die beiden Jungs einstimmig. Sie wollen lieber im Sattel international erfolgreich sein. "In Brasilien gibt es aber nicht so viele gute Trainer. Deshalb kommen wir hierher nach Europa, in das Zentrum der Dressur", sagt Joao Victor. Er möchte gemeinsam mit Antonio nach der Schule für zwei Jahre zu Johan Zagers kommen, um sich intensiv auf Olympia vorzubereiten.

"Das wäre gut, denn sie haben zwar Talent, aber noch einen weiten Weg vor sich", sagt der Trainer. Sein Wissen ist ein gefragtes Exportprodukt. "Wir haben hier die Top-Pferde und ein sehr traditionsreiches Ausbilungssystem. Das gibt es in anderen Ländern häufig nicht." Er war bereits in Polen und Australien zu Gast und reist regelmäßig nach Kanada, um dort Lehrgänge zu geben. "Das Brasilien-Projekt hat viel Aufmerksamkeit erregt und der Erfolg weckt Interesse."

Das internationale Trainerengagement ist für Johan Zagers jedoch auch eine Bereicherung. "Dadurch lerne ich andere Mentalitäten kennen und bin weltoffener geworden. Gleichzeitig fördert es meine Kreativität, wenn eine Lektion nicht gleich funktioniert, nach neuen Lösungen zu suchen." Inzwischen spricht er fünf Sprachen. "Wobei sich Portugiesisch auf Ausdrücke aus dem Reitsport beschränkt", sagt Johan Zagers lachend. Seine Anweisungen gibt er meist auf Englisch. Das internationale Engagement eröffnet ihm auch eine Perspektive für die Zeit nach seiner aktiven Karriere. Vorerst möchte er aber auch als Reiter noch einmal auf das internationale Viereck zurückkehren.

Seine beiden Erfolgspferde Rolls Royce und Question de Liberté stehen zwar zum Verkauf, doch er hat mit dem Wallach Velono wieder einen vielversprechenden Vierbeiner unter dem Sattel. Mit ihm hofft er, im nächsten Jahr noch einmal international im Viereck mitreiten zu können.

(domi)