Handball: Vom Aufstiegs- zum Abstiegskandidaten

Handball : Vom Aufstiegs- zum Abstiegskandidaten

Plümacher: Bleibt er oder geht er oder muss er gehen?

Plümacher: Bleibt er oder geht er oder muss er gehen ?

Kapellen – HSG Düsseldorf II 34:36 (14:20). Der Handball-Oberligist Kapellen bot bei der 34:46 (14:20)-Niederlage gegen Düsseldorf eine geradezu desaströse Vorstellung. War das der Schritt vom Aufstiegsaspiranten zum Abstiegskandidaten? Abwegig scheint dieses Szenario nicht mehr zu sein, auch wenn der TVK noch im Mittelfeld herum dümpelt. Zumindest die Kapellener Fans haben den Ernst der Lage erkannt. „In der Verbandsliga wird auch ein schöner Handball gespielt“, war zu hören. Bei den Kapellern fehlte die Leidenschaft, der unbändige Siegeswille. Es drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass der TVK keine Mannschaft mehr ist, sondern eine Ansammlung von Individualisten.

Wie es anders geht, demonstrierte das junge Team aus der Düsseldorf: Körperlich klar unterlegen, gaben die Spieler keinen Ball verloren, düpierten die Gastgeber mit höchstem Tempo und peitschten sich gegenseitig nach vorn. Die HSG-Handballer freuten sich über wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Von Beginn an hatten die Rather hoch konzentriert Tempo gemacht, dabei aber dennoch im Angriff geduldig auf ihre Chancen gewartet und lagen zur Pause sensationell hoch mit 20:14 vorne. Als sie im zweiten Durchgang nicht mehr aggressiv genug zu Werke gingen, kam Kapellen bis auf 28:29 heran. Die Düsseldorfer zeigten aber Moral und setzten sich auf 35:29 ab. In der Schlussphase verkürzten die Gastgeber auf 33:35, weil die Rather wegen einer Zeitstrafe in Unterzahl spielen mussten. Der verdiente Sieg der HSG geriet aber nicht in Gefahr.

„Düsseldorf hat aus den zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste gemacht“, betonte TVK-Trainer Peter Brixner. „Dagegen bin ich von der Vorstellung meiner Mannschaft wahnsinnig enttäuscht. Von der vorgegebenen Marschroute wurde so gut wie nichts befolgt. Egal, was wir versucht haben – es hat absolut nichts gebracht.“ Nur Regisseur Deniz Aksen versuchte – vergeblich –, seine Nebenleute mitzureißen.

HSG Düsseldorf II: Engelen, Karmaat – Merten (3), Bayer, Hansen (5), Mohr (3), Sascha Ranftler (5), von Gruchalla (10/3), De Clerque, Brandenburg, Hofmeister, Kronenberg (2), Daser (8). thr

Handball-Oberliga

Dirk Wolf löst in Kapellen Trainer Peter Brixner ab

Kapellen (thr) Der desaströse Auftritt des TV Kapellen bei der 34:36-Heimpleite gegen die HSG Düsseldorf II hatte Folgen – für Peter Brixner: Der Handball-Oberligist trennte sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer und stellte mit Dirk Wolf auch sofort einen Nachfolger vor. Der „Ur-Kapellener“ war zuletzt Coach des TV Anrath und beim Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich Co-Trainer vom inzwischen entlassenen Olaf Mast. Dirk Wolf wird den TVK bereits am Sonntag im wichtigen Auswärtsspiel bei der TG Hilgen coachen, die fünf Punkte hinter Kapellen auf dem ersten Abstiegsplatz rangiert.

Kim Neuenhofen schon Sonntag im TuS-Trikot

Niederwermelskirchen (thr) Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, dass der TuS Niederwermelskirchen, Spitzenreiter der Handball-Oberliga, schon bald den nächstes Transfer-Coup landen würde. Und dieser ist schneller realisiert worden, als gedacht. „Kim Neuenhofen wird ab sofort für uns spielen“, teilte Manager Klaus Fischbach gestern mit. Der wurfgewaltige Linkshänder stand am letzten Wochenende noch im Kader des Zweitligisten Bergischer HC und wird bereits am Sonntag beim Heimspiel gegen den Neusser HV das TuS-Trikot tragen.

Schallende Ohrfeige für den Spitzenreiter

Niederwermelskirchen (thr) Schallende Ohrfeige für den Oberliga-Spitzenreiter TuS Niederwermelskirchen, der beim TV Jahn Hiesfeld mit 22:34 (12:15) unter die Räder kam. „Man kann hier verlieren, aber nicht so“, fasste Trainer René Witte von der Leistung seines Teams sichtlich geschockt das Spiel zusammen. „Das war ein kollektives Versagen, und ich hoffe, es ist uns eine Lehre“, geizte er nicht mit Kritik. Vor allem der Rückraum mit Erwin Reinacher (3), Thomas Grugel (2) und Maxim Trufan (5/5) reihte Fehlwurf an Fehlwurf.

Verlängerung mit Coach René Witte fraglich

Niederwermelskirchen (thr) Ob in Zukunft der TuS Niederwermelskirchen und René Witte noch gemeinsame Wege gehen, entscheidet sich in Kürze. Die Chancen auf einen Verbleib des Trainers beziffert Manager Klaus Fischbach mit „50:50“. René Witte selbst gab sich dagegen optimistisch: „Die Gespräche verliefen bisher sehr positiv. Ich bin guter Dinge.“ In Zusammenhang mit dem designierten Aufsteiger in die Handball-Regionalliga fällt auch immer wieder der Name von Norbert Gregorz, der erst kürzlich beim Handball-Zweitligisten Bergischer HC von Raimo Wilde abgelöst worden war.

TG Hilgen holt Torhüter Steen aus Hamborn

Hilgen (thr) Zwar hat die TG Hilgen mit Patrick Hoppe und Torsten Keller noch zwei Torhüter, dennoch ging der Handball-Oberligist nach der schweren Verletzung von Stammkeeper Carsten Schmidt (Kreuzbandriss) auf die Suche nach einem Schlussmann, der den Hilgenern im Kampf gegen den Abstieg sofort helfen kann – und hatte Erfolg. Christoph Steen vom Ligarivalen SF Hamborn 07 stand bereits beim Gastspiel in Aldekerk zwischen den Hilgener Pfosten und bot trotz der 25:34-Niederlage einen starke Partie. Die Neuzugänge Rainer Hantusch und Philipp Schlösser fehlten allerdings wegen beruflicher Verpflichtungen.

TGH-Coach Köhring feuert Hoppe und Kratz

Hilgen (thr) Der personelle Frühjahrsputz beim abstiegsbedrohten Handball-Oberligisten TG Hilgen geht weiter. Trainer Ralph Köhring hat Torhüter Patrick Hoppe sowie Kreisläufer Tim Kratz aus dem Kader geworfen. Begründung: mangelnde Einstellung. „Ich wollte ein Zeichen setzen“, sagte der Coach zu seiner Maßnahme. Zudem meldet die TGH die Zusage des von einigen Klubs umworbenen Rechtsaußen Tim Heubel für die kommende Saison. Allerdings hat der schnelle und torgefährliche Linkshänder sein „Ja-Wort“ daran gekoppelt, dass die Hilgener weiterhin in der Oberliga spielen.

Bei den Planungen von Mettmann-Sport für die kommende Handball-Saison hat die Klärung der Trainer-Frage für das Oberliga-Team oberste Priorität. Durch die imponierende Aufholjagd in der Rückrunde der vorigen Spielzeit hätten die Mettmanner fast noch den Regionalliga-Verbleib geschafft. Das gab Zuversicht für die aktuelle Meisterschaft, zumal der Kader noch verstärkt wurde. Dass ME-Sport angesichts der hochkarätigen Besetzung und Ausgeglichenheit der Oberliga kein Durchmarsch gelingen würde, war allen Beteiligten klar. Dass die Mettmanner allerdings statt im Meisterschaftsrennen nun im Abstiegskampf stecken, sorgt für Ernüchterung und Enttäuschung. Sicherlich waren auch das Verletzungspech und sehr unglückliche Niederlagen Gründe für die Misserfolge. Doch selbst in Bestbesetzung schöpften die ME-Sport-Handballer nur selten ihr unbestritten vorhandenes Potenzial aus.

So ist es nur folgerichtig, dass sich die Sportliche Leitung, die Spieler und der Trainer hinterfragen müssen. Angesichts der bedrohlichen sportlichen Situation und der nicht erkennbaren handballerischen Fortschritte ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Wege des über viele Jahre renommierten und erfolgreichen Trainers Lutz Plümacher und von ME-Sport trennen. Folgerichtig ist auch, dass sich die sportliche Leitung rechtzeitig Gedanken über einen möglichen Nachfolger macht. Und da taucht – allerdings unbestätigten Informationen zufolge – unter anderem der Name Kalle Töpfer auf. Der frühere National- und Bundesliga-Spieler trainiert derzeit den Verbandsligisten TuSEM Essen II. Sollte der Tabellendritte am Samstag beim Spitzenreiter TB Wülfrath verlieren und wohl alle Aufstiegschancen verspielen, stände der Ratinger für ME-Sport wohl zur Verfügung.

(RP)
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