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Reitsport: Vielseitigkeit ist gefragt

Reitsport : Vielseitigkeit ist gefragt

Das Turnier am Lindchen fordert die Reiter gleich in mehreren Disziplinen. Die Organisatoren Fee Rommerskichen und Jarno Debusschere hoffen am 18. und 19. August auf viele Teilnehmer und gutes Wetter.

Die Vielseitigkeit im Sattel ist der Schwerpunkt des großen Sommerturniers des VfR am Lindchen. Die Prüfungen auf der Reitanlage Rommerskirchen-Debusschere sind bewusst überwiegend disziplinen-übergreifend ausgeschrieben und richten sich in erster Linie an Amateure. Schwere Springen oder eine S-Dressur suchen Profis im Programm vergeblich.

"Von diesen Wettbewerben haben wir uns vor sieben Jahren verabschiedet. Wir wollen vor allem korrektes Reiten, aber nicht unbedingt nur auf hochspezialisierten Pferden fördern", betont Gastgeberin Fee Rommerskirchen. Gemeinsam mit ihrem Betriebsleiter Jarno Debusschere, der selbst erfolgreich Vielseitigkeit reitet, überlegte sie sich bereits im vergangenen ein neues Konzept. Statt die frühe Spezialisierung auf Dressur oder Springen zu unterstützen, setzen beide auf eine abwechslungsreiche Ausbildung von Reiter und Pferd als Grundlage für eine erfolgreiche Turnierteilnahme.

"Je abwechlungsreicher wir den Sport gestalten, umso interessanter bleibt er für Mensch und Tier", sagt Fee Rommerskirchen. Sie ritt selbst früher vorwiegend Springen und entdeckte erst während ihrer Ausbildung bei Rick Klaassen ihre Begeisterung für die Dressur. "Inzwischen macht mir der Sport in allen seinen Facetten Spaß." Das versucht sie auch an ihre Reitschüler weiterzugeben.

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Jarno Debusschere erweiterte das Spektrum noch um feste Hindernisse im Gelände. Im flotten Galopp auf der grünen Wiese blühen Reiter und Pferde gleichermaßen auf. "Für sie ist das nicht nur mental ein Ausgleich zum Training in der Halle. Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit kräftigt zusätzlich auch Bänder, Sehnen und Gelenke und hält die Tiere langfristig gesund."

Der Schneppenheim-Cup für Nachwuchsreiter besteht daher aus drei Teilprüfungen. Die Sportler absolvieren neben einer Dressurreiter-E-Konkurrenz einen Springreiter- und einen Geländewettbewerb. "Das ist im vergangenen Jahr sehr gut angekommen", sagt Fee Rommerskirchen. Sie möchte langfristig auch in den Klassen E und A Vielseitigkeitsprüfungen anbieten. "Doch der Bau der Hindernisse ist sehr aufwendig und kostet viel Zeit."

Die fortgeschrittenen Reiter können auf A und L-Niveau aber bereits Dressur und Springen kombinieren. Beim Raiffeisen-Markt-Cup gehen die Noten aus beiden Disziplinen in die Wertung ein. "Wir haben das in diesem Jahr sogar noch erweitert und auch die Kandaren-L mit einem Gehorsamssprung verknüpft. Das ist für viele Reiter eine Aufgabe, die sie lange nicht geübt haben. Früher gehörte ein kleines Hindernis zu jeder Dressur dazu, doch inzwischen ist diese zusätzliche Anforderung fast ganz verschwunden." Für Fee Rommerskirchen Grund genug, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Sie sagt den Scheuklappen in den Köpfen bewusst den Kampf an. "Dressur ist die Basis des Reitsports, doch die Pferde brauchen auch Abwechslung."

Ein Hindernis müssen die Starter in der Dressurreiter-M zwar nicht überwinden, doch auch in dieser Prüfung achten die Richter vor allem auf den geschmeidigen Sitz und die korrekte Hilfengebung. "Es geht vor allem darum, wie die Reiter mit der Situation und mit ihrem Pferd umgehen." Beim M-Springen geht es ebenfalls zunächst um den guten Stil, bevor die besten Paare im Stechen um den Sieg auch Schnelligkeit beweisen müssen. "Das ist eine seltene Prüfungsform. Wir wollen so schönes und kontrolliertes Reiten belohnen", betont Fe Rommerskirchen. Sie weiß, dass nur dressurmäßig gut ausgebildete Pferde in diesem Parcours erfolgreich sind. Auch das ist ein Stück Vielseitigkeit.

(RP)