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Fußball: VfB 03 muss jetzt die Hürde Hö-Nie nehmen

Fußball : VfB 03 muss jetzt die Hürde Hö-Nie nehmen

Der Vorletzte empfängt heute das Schlusslicht der Fußball-Oberliga.

VfB 03 Hilden - SV Hönnepel-Niedermörmter. Erschöpft und mit hängenden Köpfen saßen die Fußballer des VfB 03 nach der bitteren Niederlage gegen den TV Jahn Hiesfeld auf dem Kunstrasen, während die eingefleischten Fans frustriert die Anlage an der Hoffeldstraße verließen. "Es hört sich zwar blöd an, aber wenn man einmal da unten drin steht, dann läuft es nicht", fasst Patrick Percoco die Begegnung in einem Satz zusammen. Der Mittelfeldakteur agierte als kämpferisch belebendes Element auf der linken Außenbahn. Und er demonstrierte Entschlossenheit, als er seinen plötzlichen Freiraum vor der Strafraumgrenze mit einem strammen Distanzschuss zur 1:0-Führung nutzte. Da waren gerade einmal neun Minuten gespielt - besser kann eine Heimmannschaft nicht starten.

Das fand auch Gäste-Coach Jörg Vollack, der bekannte: "Nach der ersten Halbzeit hätte unser Rückstand noch viel höher sein können." Percoco sieht es genauso. "Wir hätten mit 2:0 oder 3:0 führen müssen - wir hatten die Möglichkeiten", sagt der 23-Jährige. Und ergänzt: "Es ist dann ja oft so, dass ein Spiel nach der Pause kippt. Der Gegner stellt sich anders auf und bringt den Dennis Hecht rein." Just der leitete mit einem langen Freistoß den Ausgleich ein - Danny Rankl traf per Kopf zum 1:1.

Die nächsten Treffer erlebte Percoco nicht mehr auf dem Feld. Björn Scheffels, der den grippekranken Chefcoach Georg Kreß vertrat, wechselte den 23-Jährigen vorzeitig aus. "Er lief schon Ende der ersten Halbzeit nicht mehr rund", begründete der Co-Trainer die Maßnahme. Denn bereits seit drei bis vier Wochen laboriert Percoco an einer schmerzhaften Sehnenentzündung im Sprunggelenk. Pech für die Hildener, dass der eingewechselte topfitte Eremias Ghebremedhin keine Akzente zu setzen vermochte. Schlimmer noch: Während sich die Hildener neu sortierten, schlugen die Hiesfelder eiskalt zu und kauften den Gastgebern gleich mit zwei Toren in nur zwei Minuten endgültig den Schneid ab.

"Jeder einzelne muss jetzt mehr Verantwortung übernehmen", betont Percoco. Und kündigt an: "Wenn der Trainer mich spielen lässt, werde ich hundert Prozent geben." Dafür lässt sich der 23Jährige extra wieder tapen. "Im Moment kann ich die Mannschaft doch nicht im Stich lassen", sagt er. Zumal die Hildener vor zwei richtungsweisenden Begegnungen stehen, denn nach dem heutigen Kellerduell gegen Hö-Nie (19.30 Uhr, Hoffeldstraße) folgt noch die Heimpartie gegen den 1. FC Mönchengladbach - ebenfalls ein Gegner der schlagbaren Kategorie.

"Mehr Abstiegskampf geht nicht mehr - da reicht einfach der Blick auf die Tabelle", unterstreicht Fabian Andree. Doch der Kapitän des VfB 03 versprüht Zuversicht: "Irgendwann muss es ja mal klappen. Die Mannschaft ist intakt, leider fehlt aber das Quäntchen Glück. wenn man unten drinsteht, braucht man 20 Chancen statt nur zehn für einen Treffer." Das Manko sieht Andree derzeit eher in der Offensive. "Es hat eben nicht jeder einen Danny Rankl", erklärt der 30-Jährige. Und fügt hinzu: "Ein Calli Weber und ein Dennis Lichtenwimmer fehlen uns natürlich im Angriff."

Heute müssen die Hildener aber auch noch eine große Lücke in der Abwehr stopfen, denn Manuel Schulz kassierte am Sonntag die fünfte gelbe Karte und ist deshalb zum Zuschauen verurteilt. Besonders ärgerlich: Die meisten Verwarnungen handelte sich der Innenverteidiger wegen Meckerns ein. Ungeachtet der personellen Vorzeichen ist die Devise klar. "Wir müssen als Mannschaft geschlossen auftreten und alles reinhauen - dann wird es schon klappen", gibt VfB-Kapitän Andree die Richtung vor.

(RP)