Fußball: VfB 03 Hilden will ein zweites Mal jubeln

Fußball : VfB 03 Hilden will ein zweites Mal jubeln

Nach dem Sieg im Niederrheinpokal erwartet der Oberligist die SSVg Velbert heute Abend um 19.30 Uhr zum Meisterschaftsduell.

VfB 03 Hilden - SSVg Velbert. Neues Spiel, neues Glück: Nur drei Tage nach dem Pokalerfolg über die SSVg Velbert empfangen die Fußballer des VfB 03 an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr den Oberliga-Rivalen zum Meisterschaftsduell auf der Anlage an der Hoffeldstraße. "Heute freuen wir uns noch, aber morgen geht es weiter", richtete Michael Kulm den Blick bereits nach dem Abpfiff der Begegnung im Niederrheinpokal nach vorne. Denn der Teammanager weiß um die Schwere der Aufgabe - die nach dem Sieg am Sonntag keineswegs leichter wird. "Wir wollen zumindest die drei Punkte behalten", kündigte Karsten Hutwelker an. Der Velberter Trainer nimmt seine Mannschaft in die Pflicht, eine zweite Niederlage innerhalb von vier Tagen mit aller Macht zu verhindern. Denn sonst verliert der Regionalliga-Absteiger allmählich den Anschluss zu Spitzenreiter KFC Uerdingen.

Dabei starteten die Velberter mit sechs Siegen in die Meisterschaftsrunde, ließen erst im direkten Duell mit dem Aufstiegskontrahenten Uerdingen erstmals Federn. Das 1:1 zeigte Wirkung, denn danach holten die Velberter überraschend auch beim SC West und TuRU Düsseldorf jeweils nur ein torloses Unentschieden. Und jetzt folgte also das Pokalaus in Hilden. "Das ärgert mich sehr", gestand Karsten Hutwelker. Zugleich gratulierte der SSVg-Trainer fair: "Der Hildener Sieg war hochverdient." Was den Ex-Profi vor allem schmerzte, war die Chancenverwertung in den letzten Partien. "Es ist nicht so, dass wir uns keine aussichtsreichen Situationen erspielen, aber die Effektivität ist gleich null."

Um so mehr schlagen die Ausfälle von Mittelfeldmann David Müller (Innenbandriss) und Stürmer Philipp Schmidt (Kreuzbandriss) ins Kontor. Immerhin steht noch Aliosman Aydin zur Verfügung. Der 24Jährige spielte früher in der Regionalliga für den SC Verl und KFC Uerdingen sowie die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf. Eine Vita also, die sich sehen lassen kann. In Hilden ließ er am Sonntag aber die Durchschlagskraft vermissen. Den Ehrentreffer erzielte dagegen der eingewechselte Said Benkarit. Es war sein erstes Tor für seinen neuen Klub - entsprechend groß war der Jubel des 21-Jährigen, der vom Hamburger SV II (Regionalliga Nord) kam, als A-Junior noch für Borussia Dortmund in der Bundesliga auflief.

Auch darüber hinaus ist der Velberter Kader top besetzt. In Hilden wirbelte zum Beispiel auch Keisuke Ota in der Angriffsabteilung. Der 27-Jährige erzielte in der vergangenen Saison in 34 Begegnungen 13 Treffer für den Oberliga-Kontrahenten SC Kapellen-Erft. Respekt nötigt auch die Karriere von Julien Rybacki ab, der beim MSV Duisburg das Fußballspielen erlernte, später Regionalliga-Erfahrung bei Fortuna Düsseldorf II und dem SV Rödinghausen sammelte. Kapitän der Truppe ist Niklas Andersen, der in früheren Jahren unter anderem für den SV Werder Bremen II in der Dritten Liga auflief und über Chemnitz und Wattenscheid den Weg nach Velbert fand. Schon im sechsten Jahr hält Erhan Zent der SSVg die Treue. Der 27-Jährige trug zuvor lange das Trikot der Fortuna-Reserve, wechselte später zum Wuppertaler SV.

Alles in allem also eine hochkarätige Truppe, die sich heute ein zweites Mal auf der Anlage an der Hoffeldstraße vorstellt. Dennoch wollen sich die Fußballer des VfB erneut nach Kräften wehren. "Mit der richtigen Einstellung und einer guten Leistung sind wir nicht chancenlos", betont Kulm und ergänzt: "Wir sind nicht in der Opferrolle, sondern wollen uns als heimstarke Mannschaft präsentieren." Gleichwohl sind die Hildener, die sich nach dem Kraftakt am Sonntag gestern einen Tag der Ruhe gönnten, heute Abend ganz anders gefordert. "Wir müssen schauen, dass alle pünktlich da sind - einige müssen ja länger arbeiten", erklärt Kulm. An der Startformation wird der Teammanager wohl nichts ändern, zumal die Verletztenliste mit prominenten Namen immer noch lang ist. "Bislang haben wir es geschafft, diese Ausfälle zu kompensieren. Allerdings mussten wir einen hohen Aufwand betreiben", sagt Kulm. Der 50Jährige freut sich auf das zweite Velbert-Duell: "Wir müssen uns immer zur Bestleistung aufraffen - ich bin gespannt, ob uns das wieder gelingt." Kulm unterstreicht: "Wir werden sicher vor eine neue Aufgabe gestellt."

Die Stimmung in der Hildener Truppe ist auf jeden Fall gut, aber auch die Anspannung ist noch da. "Es herrscht das Gefühl, man hat eine Halbzeit gespielt und muss jetzt die zweite Hälfte ran", umschreibt Kulm die Atmosphäre. Für den Teammanager besonders wichtig: "Wir dürfen keinen Deut weniger arbeiten - das ist die Hauptaufgabe, die vor uns liegt." Schon ein Remis wäre für die Fußballer des VfB 03 in der Liga ein weiterer Achtungserfolg.

(RP)