VfB 03 Hilden verliert bei der SSVg Velbert

Fußball : Rote Karte schwächt den VfB 03 Hilden

Bis zum Platzverweis für Talha Demir ist die Mannschaft von Marc Bach auf einem guten Weg, dem Oberliga-Vierten SSVg Velbert erneut ein Remis abzutrotzen. Erst in der Schlussphase setzen sich die Gastgeber mit 3:1 durch.

Den Abschluss des Jahres hatten sich die Fußballer des VfB 03 wohl ganz anders vorgestellt. Nach dem guten Auftritt beim 3:3 im Hinspiel gegen die SSVg Velbert hofften die Hildener insgeheim, auch im zweiten Vergleich für eine Überraschung sorgen zu können. Doch auf eigenem Platz erwies sich die ambitionierte Mannschaft von Alexander Voigt erst recht als harter Brocken und setzte sich mit 3:1 (1:0) durch. „Ergebnis und Spielverlauf waren nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben“, gestand Marc Bach. Und der Trainer des VfB 03 ergänzte: „Am Ende hat Velbert verdient gewonnen. Aus unserer Sicht war das aber eine unnötige Niederlage.“ Ganz bitter war zudem die rote Karte, die sich Talha Demir wegen einer Tätlichkeit einhandelte, denn der Platzverweis leitete die Schlussoffensive der SSVg ein. Mit Moral allein vermochten die verbliebenen zehn Hildener nicht allzu lange gegenzuhalten.

Der Start verlief noch ganz nach dem Geschmack des VfB 03, der sich in dieser Saison wieder auf den Klassenerhalt konzentriert, während die Velbert im Titelrennen mitsprechen wollen. Doch Bach stellte fest: „Wir sind gut in die Partie reingekommen. Es war überraschend, dass sich Velbert dadurch eher aufs Umschaltspiel verlegte.“ In der ersten Viertelstunde neutralisierten sich beide Mannschaften. Dann aber setzte Leroy Mickels für die Gastgeber die ersten offensiven Akzente – gleich zweimal parierte Marvin Oberhiff glänzend. „Da hatten wir Glück“, erklärte Bach. Auf der anderen Seite war auch Pech im Spiel, als Stefan Schaumburg mit seinen Schüssen nur Latte und Pfosten traf. Max Machtemes, der zuvor bereits eine gute Gelegenheit vergab, brachte die Velberter in Führung. Nach einem präzisen Steilpass von Mickels vor das VfB-Gehäuse tauchte er frei vor Keeper Oberhoff auf und schob zum 1:0 (21.) ein. Das war zugleich der Pausenstand.

Verloren war die Begegnung zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Vielmehr berichtete Bach von einer intensiven Kabinenansprache. „Wir haben uns für die letzten 45 Minuten in diesem Jahr noch einmal neu aufgestellt“, sagte der Hildener Trainer. Das war zunächst von Erfolg gekrönt, denn nach einem Doppelpass zwischen Demir und Schaumburg kam das Leder zu Pascal Weber, der kurz nach dem Wiederanpfiff mit links das 1:1 (53.) erzielte. Mit dem Ausgleich war das Feld für einen erneuten Hildener Punktgewinn bestellt. Dann aber folgte jener Zweikampf von Talha Demir, bei dem Schiedsrichter Guido Tenhofen eine Tätlichkeit des 23-jährigen Mittelfeldakteurs erkannte. „Die beiden haben sich beharkt, und als Talha sich losreißt, trifft er mit dem Arm den Rücken seines Gegenspielers“, beschrieb Bach die Szene und betonte: „Man kann streiten, ob das Rot ist.“ Jedenfalls mussten die Hildener ab der 65. Minute in Unterzahl agieren.

„Nach der roten Karte war es unfassbar schwer“, erkannte Bach. Der VfB-Coach sah, wie seine Mannschaft immer mehr unter Druck geriet. Mit einer 4:4:1-Formation versuchten die Gäste, dass Unentschieden über die Runde zu bringen. „Wir haben gut gegengehalten und nicht viel zugelassen“, fand Bach. Gleichwohl hatten die Velberter am Ende gut lachen. Nach einer Flanke konnte Marvin Oberhoff den Ball nicht festhalten und Noah Abdel Hamid brachte die Platzherren mit 2:1 (79.) in Führung. Und kurz vor dem Abpfiff schloss Robert Nnaji einen Konter zum 3:1 (89.) ab.

Marc Bach  war die Verärgerung anzumerken. „Wir waren drauf und dran, das Spiel an uns zu reißen. Ohne den Platzverweis hätten wir es geschafft, einen Punkt zu holen“, sagte der VfB-Coach und kündigte an: „Intern müssen wir mit Talha noch sprechen.“ Während Bach der Chance nachtrauerte, stellte sein Gegenüber Alexander Voigt fest: „Auch als wir noch elf gegen elf gespielt haben, waren wir klar besser.“

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